Bosnien-Herzegowina trifft im Sechzehntelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft auf Gastgeber USA. Für die Balkan-Nation ist allein die Teilnahme ein Märchen, doch das soll nicht enden. Neben den drei Millionen Menschen in der Heimat drückt auch Zlatan Ibrahimovic die Daumen. Der frühere Weltstar aus Schweden, als TV-Experte für Fox im Einsatz, zeigte sich nach Bosniens 3:1-Sieg gegen Katar emotional: „Dieses Land hat so viel Leid erlebt. Jetzt diese Freude zu sehen, macht mich sehr emotional. Ich bekomme eine Gänsehaut, weil dort die Wurzeln meines Vaters liegen. Ich bin einfach glücklich.“
WM-Teilnahme als Wunder gefeiert
Die zweite WM-Teilnahme nach 2014 wurde in Bosnien als Wunder gefeiert. Ein 15 Jahre alter Song der Band Dubioza Kolektiv wurde zur Hymne: „I'm from Bosnia, take me to America.“ Das Lied über Migration und Träume steht nun für ein Fußball-Märchen. Mit dem erstmaligen Überstehen der Gruppenphase schrieb die Mannschaft Geschichte. Das Land wurde erst 1996 nach dem Zerfall Jugoslawiens und dem Bosnienkrieg in die FIFA aufgenommen. Trainer Sergej Barbarez sagte: „Wir sind als komplette Underdogs gekommen. Wir wollten etwas Großartiges schaffen und das haben wir geschafft.“
Verbales Foul einer US-Reporterin
Der Ehrgeiz des Teams wuchs durch ein verbales Foul von US-Reporterin Abigail Velez (ABC7): „Eine Sache zu Bosnien: Ich könnte nicht einmal auf einer Karte zeigen, wo es liegt. Ich habe keine Ahnung von Bosnien und will es auch gar nicht wissen. Denn Team USA ist zurück und besser denn je. Macht euch bereit, Bosnien, denn ihr wollt es zwar nicht – aber ihr werdet es kriegen!“ Nach heftiger Kritik entschuldigte sie sich, doch Dzeko & Co. wollen sich sportlich revanchieren.
Dzeko als Hoffnungsträger
Der 40-jährige Stürmer Edin Dzeko vom Bundesliga-Aufsteiger Schalke 04 ist der große Hoffnungsträger. Barbarez: „Er ist der wichtigste und im Grunde ein perfekter Spieler. Wir verlassen uns bei dieser Weltmeisterschaft auf jeden Fall auf ihn.“ Im Duell mit den USA setzt der Trainer auf die lautstarke Unterstützung der Fans in der Diaspora. Ibrahimovic sagte über die Stimmung: „Der besondere Moment ist, wenn die Fans singen. Genau das macht mich so emotional.“ Barbarez ergänzte: „Wir sind zwar nur wenige, aber es gibt viele von uns. Es gibt da ein Sprichwort, das besagt, dass unsere Diaspora mehr Menschen umfasst als unser Land selbst, vor allem in Amerika. Es ist fantastisch. Ich glaube, ich bin der glücklichste Mensch der Welt, dass ich auf dieser Bühne stehen und mein Land vertreten darf.“



