WhatsApp führt Benutzernamen ein: So schützen Sie Ihre Privatsphäre
WhatsApp führt Benutzernamen ein: So schützen Sie Ihre Privatsphäre

Der weltweit populäre Messengerdienst WhatsApp ändert ein grundlegendes Funktionsprinzip: Künftig müssen Nutzer ihre private Handynummer nicht mehr preisgeben, um mit neuen Kontakten chatten zu können. Stattdessen führt das Unternehmen individuelle Benutzernamen ein, über die Anwender miteinander in Verbindung treten können. Die weltweite Phase zur Reservierung von Wunschnamen hat bereits begonnen. Die eigentliche Funktion soll im Laufe des Jahres schrittweise für alle Nutzer freigeschaltet werden.

Das „nächste große Datenschutz-Upgrade“

Alice Newton-Rex, Vizepräsidentin für Produktentwicklung bei WhatsApp, bezeichnet die Neuerung als das „nächste große Datenschutz-Upgrade“ des Unternehmens. Da die persönliche Telefonnummer oft mit sensiblen Lebensbereichen verknüpft sei, sollten die Nutzer nun selbst entscheiden können, wem sie diese zugänglich machen – etwa beim Beitritt zu Gruppenchats oder beim Kennenlernen neuer Menschen. Wer künftig über den Benutzernamen kontaktiert wird oder selbst jemanden anschreibt, gibt seine Nummer dagegen nicht mehr preis, es sei denn, die andere Person hat diese bereits in ihrem Telefonbuch gespeichert. Auch bei Anrufen über die App wird anstelle der Telefonnummer der Benutzername eingeblendet. Für die Erstellung eines WhatsApp-Kontos ist die Handynummer indes weiterhin zwingend erforderlich.

Weltweite Reservierung und Instagram-Verknüpfung

Da WhatsApp eine hohe Nachfrage nach beliebten Namen erwartet, wurde die Reservierung weltweit gleichzeitig gestartet, um allen Teilnehmenden die gleiche Chance auf ihre Wunschnamen zu geben. Benutzernamen müssen eindeutig sein, können später geändert oder gelöscht werden. Für Unentschlossene bietet die App einen Namengenerator als Inspiration an. Für Meta-Nutzerinnen und Nutzer, die bereits auf Facebook und/oder Instagram aktiv sind, gibt es eine weitere Option: Durch eine Verknüpfung mit ihrem Meta-Konto können sie ihre bereits etablierten Facebook- oder Instagram-Nutzernamen direkt für WhatsApp beanspruchen und so ihre Online-Identität wahren. Dafür muss man allerdings Metas sogenannte Kontoübersicht nutzen, welche die Konten auf verschiedenen Meta-Plattformen miteinander verknüpft, um etwa plattformübergreifend Werbung ausspielen und deren Wirkung messen zu können.

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Kein öffentliches Verzeichnis – Schutz vor Spam

Um Spam und unerwünschte Kontaktanfragen zu verhindern, wird es kein öffentliches Verzeichnis zum Durchsuchen und beim Start neuer Chats keine Namensvorschläge (Autocomplete) geben. Man muss den exakten Namen einer Person kennen, um sie kontaktieren zu können. Als zusätzliche Schutzmaßnahme führt WhatsApp einen optionalen „Benutzernamenschlüssel“ ein. Hat man ihn aktiviert, müssen Fremde diesen zusätzlichen Code kennen, um eine Nachricht an den damit verbundenen Benutzernamen senden zu können.

Gleichzug mit der Konkurrenz

Mit dem Verbergen der Handynummer zieht WhatsApp technologisch mit der Konkurrenz gleich. Der Messenger Signal etwa ermöglicht es bereits seit Anfang 2024, die eigene Telefonnummer hinter einem Benutzernamen zu verstecken. Bei Telegram gehört die Kommunikation über öffentliche Benutzernamen ebenfalls zum Standard.

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