Investoren-Aus: Dänemark und Niederlande entziehen Infantino Vertrauen
Investoren-Aus: Dänemark und Niederlande gegen Infantino

Zwei europäische Fußballverbände haben dem FIFA-Präsidenten Gianni Infantino nach dem Scheitern seiner milliardenschweren Investorenpläne offen das Misstrauen ausgesprochen. Der dänische Verband (DBU) und der niederländische Fußballverband (KNVB) machten in separaten Stellungnahmen deutlich, dass sie über den Rückzug der Pläne hinaus ein grundlegendes Führungsproblem sehen. DBU-Chef Jesper Møller schloss sich dabei vollständig der Position der UEFA an.

„Ich stimme der UEFA voll und ganz zu, dass das Vertrauen in Infantino verloren gegangen ist. Deshalb kann ich ihn auch nicht unterstützen“, wird Møller in einer Mitteilung zitiert. Der DBU-Vorsitzende nannte den Rückzug der Investorenpläne „die einzig richtige Entscheidung – und sie war zu erwarten“. Er fügte hinzu: „Der internationale Fußball stand an einem Scheideweg, an dem einige der Werte, die den Kern und die Seele des Fußballs ausmachen, unter Druck geraten waren.“

Die Pläne und ihr Scheitern

Infantino hatte vorgehabt, Anteile am Fußball-Weltverband an private Investoren zu verkaufen. Mit diesem milliardenschweren Vorhaben wollte der FIFA-Präsident offenbar neue Geldquellen erschließen, stieß damit jedoch auf massiven Widerstand. International wurde das Projekt mit Empörung aufgenommen, zahlreiche Verbände und Funktionäre kritisierten es als Angriff auf die Autonomie des Fußballs. Angesichts des Drucks lenkte Infantino schließlich ein und zog den Vorschlag zurück.

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Für Møller war die Rücknahme keine Überraschung. Der Däne bewertete den Schritt als unumgänglich. Gleichzeitig machte er deutlich, dass allein der Rückzug das zerrüttete Vertrauen nicht wiederherstellen könne. Seine unmissverständliche Ablehnung richtet sich nicht nur gegen die Investorenpläne selbst, sondern gegen die Führungsperson an der Spitze des Weltverbands.

UEFA als geschlossener Gegenspieler

Eine Schlüsselrolle in der Debatte spielte die UEFA. Der europäische Dachverband hatte die Pläne nicht nur scharf verurteilt, sondern auch mit einem Boykott gedroht. Diese Drohung hatte den Druck auf Infantino weiter erhöht. Møller lobte ausdrücklich, dass die UEFA und ihr Präsident Aleksander Ceferin „so schnell mit einer Stimme gesprochen“ hätten. Die Geschlossenheit der europäischen Verbände wertete er als starkes Signal.

Die Unterstützung für die UEFA ist zugleich eine Absage an Infantinos Kurs. Indem sich DBU und KNVB hinter Ceferin stellen, machen sie deutlich, dass sie im europäischen Dachverband den eigentlichen Hüter der Fußball-Werte sehen. Die Boykottandrohung der UEFA gehörte zu den wirkungsvollsten Elementen des Widerstands. Sie zeigt, wie weit die Kluft zwischen den europäischen Verbänden und der FIFA-Führung bereits geworden ist.

KNVB verlangt mehr als einen Rückzieher

Der niederländische Verband reagierte besonders deutlich. „Mit dem Rückzug des Vorschlags ist die Angelegenheit für den KNVB nicht erledigt“, hieß es in einem Statement. „Die Art und Weise, wie dieser Prozess verlaufen ist, hat zu einem grundlegenden Vertrauensbruch im Führungsstil des FIFA-Präsidenten Gianni Infantino geführt. Der KNVB hat kein Vertrauen mehr in seine Führung.“ Mit diesen Worten trifft der KNVB eine Grundsatzentscheidung: Man traut Infantino nicht mehr zu, den Weltverband integer zu führen.

Weiter forderte der KNVB, die Ereignisse müssten Konsequenzen haben. Es brauche „ein ernsthaftes Gespräch über die Zukunft der Governance und Führung innerhalb der FIFA“. Diese Forderung zielt auf eine grundlegende Reform der Entscheidungsstrukturen. Der niederländische Verband will erreichen, dass künftig nicht einzelne Personen über weitreichende Geschäftsmodelle entscheiden, sondern transparente Prozesse etabliert werden.

Vertrauenskrise für Infantino

Mit der doppelten Absage aus Dänemark und den Niederlanden wächst die Liste der Kritiker Infantinos innerhalb Europas. Beide Verbände gehören nicht zu den größten Mitgliedsnationen, haben aber in der europäischen Fußballpolitik Gewicht. Ihre öffentlichen Erklärungen senden ein klares Signal an die FIFA-Spitze. Der Streit um die Investorenpläne hat die Beziehungen zwischen den europäischen Verbänden und dem Weltverband nachhaltig belastet.

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Jesper Møller brachte die Haltung auf den Punkt: „Ich stimme der UEFA voll und ganz zu.“ Dieser Satz steht stellvertretend für die wachsende Kluft zwischen Infantino und den europäischen Fußballorganisationen. Der FIFA-Präsident steht damit vor der Aufgabe, das Vertrauen der nationalen Verbände zurückzugewinnen – doch die Äußerungen aus Kopenhagen und Amsterdam klingen wie eine vorerst endgültige Absage.