Irre Transfer-Wende: WM-Held Vozinha lässt Colo Colo warten
Irre Transfer-Wende: WM-Held Vozinha lässt Colo Colo warten

Eigentlich hätte Vozinha (40) am Dienstag in Santiago de Chile landen sollen. Der Torwart von den Kapverden hatte sich mit Colo Colo bereits einig gewähnt – zumindest hatte der Hauptstadtklub den Transfer öffentlich gemacht. Doch der 40-Jährige ließ die Chilenen warten, verschob seine Anreise mehrfach und verhandelt nun offenbar mit dem marokkanischen Meister RS Berkane. Das berichtet das brasilianische Portal „Globo“.

Für Colo Colo ist das eine unangenehme Situation. Der Klub hat den Wechsel des WM-Helden bereits gefeiert, nun droht er zu platzen. Vozinha, der beim Turnier in den USA, Kanada und Mexiko mit seinen Paraden weltweit für Begeisterung sorgte, scheint sich neu orientiert zu haben. Der Keeper ist vertragslos, nachdem sein Engagement beim portugiesischen Zweitligisten Chaves geendet hatte – das macht ihn für viele Vereine zum begehrten Schnäppchen.

Präsident Mosa hatte den Coup schon gefeiert

Erst am vergangenen Wochenende hatte Aníbal Mosa, der Präsident von Colo Colo, die Verpflichtung des Keepers stolz angekündigt. „Wir holen ihn nicht nur für Marketingzwecke, er war einer der besten Torhüter der letzten Weltmeisterschaft“, sagte Mosa. Die Hoffnung war groß, dass Vozinha zusammen mit dem ehemaligen Bayern-Profi Arturo Vidal (39) das Gesicht eines neuen, ambitionierten Colo Colo wird. Laut „Globo“ hätte der Keeper am Dienstag nach Chile fliegen sollen, um einen Vertrag zu unterschreiben. Doch die Anreise wurde mehrfach verschoben – und schließlich ganz abgesagt.

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Stattdessen verhandelt Vozinha nun mit RS Berkane, dem marokkanischen Meister von 2025. Der Klub hat sich in den vergangenen Jahren etabliert und gilt als ambitioniert. Ein Wechsel zu den Marokkanern wäre sportlich wie auch finanziell eine Alternative – und würde den Transfer zu Colo Colo endgültig kippen lassen.

Ärger um Vozinhas Spitznamen

Abgesehen von der Reise-Posse gab es bereits vorher ein Problem: Vozinha darf seinen berühmten Namen bei Colo Colo gar nicht tragen. Bürgerlich heißt der Keeper Josimar Évora Dias. „Vozinha“ ist nur ein Spitzname. Doch der chilenische Verband ANFP verbietet es, Spitznamen auf den Spielertrikots zu verwenden. Erlaubt sind nur die offiziellen Nachnamen – im Fall von Vozinha also entweder „Évora“ oder „Dias“.

Für Colo Colo ein kleiner Dämpfer, denn der Klub hatte sich von dem Transfer nicht nur sportliche Impulse, sondern vor allem einen Boom bei den Trikotverkäufen erhofft. Die Fans hätten sich auch in Chile nach dem Vorbild der WM-Helden ein „Vozinha“-Trikot gewünscht. Doch diese Möglichkeit wäre durch die Verbandsregel gestrichen worden. Eine Ironie der Geschichte, die nun möglicherweise ohnehin keinen Unterschied mehr macht.

WM-Märchen: Vom Nobody zum Publikumsliebling

Um die Dimension dieser Transferposse zu verstehen, muss man sich noch einmal das Märchen der Kapverden bei der WM 2026 vor Augen führen. Der Inselstaat, der nur rund 530.000 Einwohner zählt, war zum ersten Mal überhaupt bei einer WM dabei. Vozinha war der Rückhalt der Mannschaft: Bereits im ersten Gruppenspiel hielt er beim überraschenden 0:0 gegen den späteren Weltmeister Spanien stark. Die Kapverden qualifizierten sich für das Sechzehntelfinale und standen dort vor der Sensation der WM-Geschichte: Gegen Argentinien verloren sie in der Verlängerung erst mit 2:3.

Diese Spiele haben Vozinha zum internationalen Publikumsliebling gemacht. Auf Instagram hatte er vor dem Turnier gerade einmal rund 50.000 Follower, mittlerweile sind es knapp 30 Millionen. Das Interesse an ihm ist enorm. Für Colo Colo wäre die Verpflichtung nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich ein großer Coup gewesen – und genau dieser Coup scheint nun zu scheitern.

Wie reagieren die Beteiligten?

Bislang haben weder Vozinha noch sein Management die Verhandlungen mit RS Berkane bestätigt oder dementiert. Auch RS Berkane selbst hat sich nicht geäußert. Colo Colo hingegen hält offiziell an dem Transfer fest, doch hinter den Kulissen dürfte die Verärgerung groß sein. Präsident Mosa hatte den Spieler öffentlich gelobt – nun muss er unter Umständen eine Niederlage auf dem Transfermarkt einstecken.

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Die Verantwortlichen von Colo Colo müssen sich nun überlegen, ob sie weiter auf Vozinha warten oder sich nach Alternativen umsehen. In der Zwischenzeit bleibt der WM-Held Herr seiner eigenen Zukunft. Mit 40 Jahren ist die WM wohl das letzte große Turnier gewesen, doch die Auftritte haben ihm noch einmal Türen geöffnet, die zuvor verschlossen schienen. Die Entscheidung zwischen Chile und Marokko könnte nicht nur seine Karriere in eine neue Richtung lenken, sondern auch zeigen, für wie viel Trubel ein einzelner Torhüter sorgen kann.