Potsdam – Die Brandenburger Polizei nimmt in der kommenden Woche die Verkehrssicherheit verstärkt ins Visier. Ab Montag beteiligen sich die Beamtinnen und Beamten an der bundesweiten Speedweek, einer europaweit koordinierten Kontrollaktion. Eine Polizeisprecherin bestätigte, dass dabei sowohl Geschwindigkeitsüberschreitungen als auch aggressives Fahrverhalten konsequent geahndet werden.
Polizei konzentriert sich auf Alleen und Landstraßen
Die Kontrollen sollen nicht nur auf den Autobahnen stattfinden. „Wir werden unsere Geschwindigkeitsmessgeräte nicht nur auf Bundesautobahnen aufstellen, sondern uns auf die ländlichen Bereiche, insbesondere Alleen, konzentrieren", erklärte Peggy Baier, Leiterin der Verkehrspolizei in der Polizeidirektion West. Diese Aussage unterstreicht den neuen Schwerpunkt: Gerade Alleen und Landstraßen sind wegen ihrer engen Fahrbahnführung und der unmittelbar angrenzenden Bäume häufiger Schauplatz schwerer Unfälle. Oft sind die Strecken zudem von Schlaglöchern oder Laub bedeckt, was die Anforderungen an die Fahrer weiter erhöht. Wenn dort zu schnell gefahren wird, steigt das Risiko, von der Fahrbahn abzukommen oder mit Gegenverkehr zu kollidieren.
Zunahme von Aggressionsdelikten gemeldet
Die Einsatzkräfte in den Videowagen haben in den vergangenen Monaten eine Zunahme aggressiver Verhaltensweisen festgestellt. Das berichtete die Verkehrspolizei. „Rechts überholen, Drängeln, Lichthupe und Geschwindigkeiten jenseits von 220 Kilometer pro Stunde in beschränkten Bereichen werden fast täglich festgestellt und geahndet", schilderte die Polizei. Zu den typischen Verstößen zählen außerdem:
- Missachtung von Überholverboten
- Unterschreitung des Sicherheitsabstands
- Gefährliche Überholmanöver
- Missbräuchliche Nutzung der Lichthupe
Solche Manöver gefährden nicht nur den Verursacher selbst, sondern auch unbeteiligte Autofahrer, Motorradfahrer und Fußgänger.
So funktioniert die europaweite Speedweek
Hinter der Aktion steht das europäische Polizeinetzwerk Roadpol, dem Verkehrspolizeien vieler Länder angehören. Das Netzwerk hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Verkehrssicherheit in Europa durch gemeinsame Aktionen zu verbessern. Neben der Speedweek organisiert Roadpol auch Kampagnen zu anderen Themen, etwa zum Anschnallen, zur Ablenkung am Steuer oder zum toten Winkel. Die Speedweek selbst wird zweimal im Jahr durchgeführt – im April und im August. Während dieser Zeit überwachen Polizeikräfte in zahlreichen europäischen Ländern die Einhaltung der Geschwindigkeitsregeln mit besonderer Intensität. Auch in Deutschland beteiligen sich alle Bundesländer an der Kontrollwoche, darunter auch Brandenburg.
Videowagen und moderne Messtechnik
Ein wesentliches Einsatzmittel der Brandenburger Polizei sind zivile Videowagen. Diese Fahrzeuge sind mit Kameras ausgestattet und ermöglichen es, Verstöße wie zu dichtes Auffahren, gefährliches Überholen oder die Lichthupe im fließenden Verkehr zu dokumentieren. Die Aufzeichnungen dienen als gerichtsfeste Beweise. Zudem kommen mobile Geschwindigkeitsmessgeräte zum Einsatz, die flexibel aufgestellt werden können – etwa an Unfallschwerpunkten, auf Landstraßen oder in Alleen. Daneben nutzen die Beamten auch Laser- und Radargeräte, um punktuelle Messungen durchzuführen.
Das droht Verstößen
Wer während der Speedweek zu schnell fährt oder den Sicherheitsabstand missachtet, muss mit entsprechenden Konsequenzen rechnen. Für Geschwindigkeitsüberschreitungen sieht der Gesetzgeber Bußgelder, Punkte im Fahreignungsregister sowie in schweren Fällen Fahrverbote vor. Bei besonders krassen Verstößen, etwa mit mehr als 100 km/h außerorts, kann auch der Führerschein vorübergehend beschlagnahmt werden. Die genauen Bußgelder richten sich nach der Höhe der Überschreitung und dem Tatort – innerorts oder außerorts. Die Polizei appelliert daher an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer.
Vorbeugung und Tipps
Um Ärger und Gefahren zu vermeiden, rät die Polizei allen Verkehrsteilnehmern, sich strikt an die vorgegebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten. Besonders auf Alleen und Landstraßen ist eine angepasste Geschwindigkeit entscheidend. Auch der Sicherheitsabstand sollte großzügig gewählt werden, um im Notfall rechtzeitig abbremsen zu können. Wer unsicher ist, welche Regeln vor Ort gelten, kann sich vor der Fahrt über die Strecke informieren.
Prävention als Ziel
Die Speedweek verfolgt nicht nur das Ziel, Verstöße zu ahnden. Durch die erhöhte Polizeipräsenz soll die Gefahr von Unfällen reduziert und das Bewusstsein für sicheres Fahren gestärkt werden. Nach Ansicht der Polizei tragen überhöhte Geschwindigkeit und aggressives Verhalten maßgeblich zu schweren Verkehrsunfällen bei. Die Kontrollen sind deshalb ein wichtiger Baustein, um die Straßen in Brandenburg sicherer zu machen. Autofahrerinnen und Autofahrer sollten in den kommenden Tagen besonders aufmerksam sein, die Geschwindigkeitsbegrenzungen einhalten und Rücksicht nehmen.



