In Toronto herrscht eine Mischung aus Vorfreude auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 und Verblüffung über die hohen Ticketpreise. Stephan Anders, ein deutsch-kanadischer Fußballfan, wird am 20. Juni im Block 210, Reihe 19, Sitz 5 sitzen. Er zeigt auf die südöstliche Ecke des Stadions, dessen Tribünen mit einem freitragenden Dach in den blauen Himmel ragen. „Ich freue mich sehr“, sagt Anders, der eine schwarz-weiße DFB-Kappe und einen rot-weißen Schal mit dem kanadischen Ahornblatt trägt.
Verwunderung über Ticketpreise
Während die Vorfreude groß ist, sorgt die Preisgestaltung für Verwunderung. Viele Fans kritisieren die hohen Kosten für die Eintrittskarten, die für einige Spiele mehrere hundert Euro betragen. „Da habe ich mit offenem Mund auf die Nachricht gestarrt“, gesteht ein Einwohner Torontos. Die Stadt bereitet sich auf das Großereignis vor, doch die Begeisterung wird durch die finanziellen Hürden gedämpft.
Schlaglöcher verschwinden plötzlich
Ein weiteres Phänomen: Schlaglöcher, die jahrelang den Straßenverkehr beeinträchtigten, sind plötzlich verschwunden. Die Stadtverwaltung hat offenbar im Vorfeld der WM die Infrastruktur verbessert. „Es ist erstaunlich, wie schnell die Löcher geflickt wurden“, sagt ein Anwohner. Dies sorgt für gemischte Gefühle zwischen Freude über die Verbesserungen und Kritik an der Prioritätensetzung.
Toronto fremdelt mit dem Fußball
Trotz der WM-Vorfreude bleibt Fußball in Toronto eine Randsportart. Eishockey und Basketball dominieren die Sportkultur. Viele Einwohner zeigen sich noch unentschlossen, ob sie die Spiele besuchen werden. „Fußball ist nicht unsere erste Wahl“, erklärt ein Passant. Dennoch hofft die Stadt, dass die WM langfristig das Interesse am Fußball steigert.
Die Vorfreude auf die WM ist spürbar, doch die Verblüffung über die Ticketpreise und die plötzliche Instandsetzung der Straßen zeigt die Ambivalenz der Stadt. Toronto steht vor der Herausforderung, sich als fußballbegeisterte Gastgeberin zu präsentieren, während viele Einwohner noch mit dem Sport fremdeln.



