Joshua Kimmich hat sich nach dem erneuten frühen Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei einer Fußball-Weltmeisterschaft mit deutlichen Worten an die Fans gewandt. „Ich bin gerade einfach nur leer und mir ist überhaupt nicht danach, mich zu melden. Aber es gehört dazu, sich auch diesen Situationen zu stellen“, schrieb der DFB-Kapitän in einem Instagram-Post. „Gemeinsam hatten wir vor, eine sehr erfolgreiche WM zu spielen, Deutschland würdig zu vertreten und einen kleinen Beitrag für eine positive Entwicklung in unserem Land zu leisten. Und wir sind gescheitert. Mal wieder. Und das macht mich fertig.“
Deutschland war bei der WM 2026 bereits im Sechzehntelfinale gegen Paraguay ausgeschieden. Bei den Turnieren 2022 und 2018 war das Aus bereits nach der Gruppenphase gekommen. Kimmich war bei allen drei Turnier-Pleiten dabei. Der 31-jährige Bayern-Profi betonte dennoch, er sei „stolz“ darauf, „Kapitän dieser Mannschaft zu sein“. Die Enttäuschung über den Turnierverlauf sei jedoch weiterhin groß. „Wir hätten Euch allen und auch uns gerne mehr zurückgegeben“, schrieb Kimmich an die Fans gerichtet. Einen Rücktritt aus der Nationalmannschaft schloss er aus: „Aufgeben ist für mich niemals eine Option. Um wieder klarzukommen, werde ich aber sicher mehr als ein paar Tage brauchen.“
Jonathan Tah: „Würde wieder Elfmeter schießen“
Nationalspieler Jonathan Tah würde trotz seines Fehlversuchs im Elfmeterschießen gegen Paraguay wieder einen Strafstoß übernehmen. „Ich würde ihn nächstes Mal wieder schießen! Mit voller Überzeugung und Zuversicht, ihn für Deutschland reinzumachen“, schrieb der Abwehrspieler des FC Bayern bei Instagram. Der verschossene Elfmeter beschäftige ihn jedoch noch immer: „Er ist mir schon Tausende Male durch den Kopf gegangen und man versucht, ihn in seinen Gedanken irgendwie doch ins Tor zu lenken. Aber die Realität ist, dass der Ball nicht drin war. Und das tut weh.“
Österreichs Bundespräsident bittet Eltern um Ausnahme
Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat vor dem ersten K.o.-Spiel der Nationalmannschaft bei einer WM seit 1954 eine ungewöhnliche Bitte an die Eltern im Land gerichtet. „Liebe Eltern, lassen Sie sie heute, also am Donnerstag, ein wenig länger aufbleiben“, sagte der 82-Jährige in einem bei Facebook geteilten Video. Die Partie im Sechzehntelfinale gegen Spanien in Inglewood bei Los Angeles findet um 12 Uhr Ortszeit statt, in Österreich ist es dann 21 Uhr. Van der Bellen appellierte: „Drücken Sie diesmal ein Auge zu, damit die Kinder, die das wollen, unser Nationalteam live anfeuern können. Solche Erinnerungen nimmt man doch sein Leben lang mit.“
Senegals Gueye kündigt Pause nach Auswechslung an
Nach dem dramatischen Aus im WM-Sechzehntelfinale gegen Belgien will Senegals Pape Gueye unter dem aktuellen Nationaltrainer Pape Thiaw nicht mehr für sein Land spielen. Der 27-jährige Mittelfeldspieler vom FC Villarreal ist erzürnt über seine frühzeitige Auswechslung beim 2:3 nach Verlängerung gegen Belgien. „Ich möchte heute schon ankündigen, dass ich, solange dieser Trainerstab im Amt ist, eine Pause bei der Nationalmannschaft einlegen werde“, schrieb Gueye in einer Instagram-Story. Er war beim Stand von 2:0 für den Senegal in der 66. Minute ausgewechselt worden. Anschließend verspielten die Afrikaner den Sieg und verloren durch einen Elfmeter in der Nachspielzeit der Verlängerung.
DR Kongo verabschiedet sich mit trauriger Nachricht
Die Pressekonferenz der Demokratischen Republik Kongo nach dem Aus im Sechzehntelfinale endete mit einer traurigen Mitteilung. „Wir möchten Ihnen mitteilen, dass der Trainer seinen Vater verloren hat. Unser aufrichtiges Beileid“, sagte ein Sprecher im Anschluss an das 1:2 gegen England. Nationaltrainer Sébastien Desabre, der neben ihm saß, wirkte für einen Moment irritiert und bedankte sich dann knapp. Weitere Informationen lagen zunächst nicht vor, auch ob Desabre die Nachricht bereits vor dem Spiel erhalten hatte. Die DR Kongo hatte sich erstmals für die K.o.-Runde einer WM qualifiziert.
Norwegen feiert Achtelfinal-Einzug – „Beste Werbung“
Nur wenige Stunden nach dem Sieg gegen die Elfenbeinküste sprachen sich in Norwegen die ersten für einen gesetzlichen Feiertag am Tag nach dem nächsten Spiel aus. Das Fußballfieber ist in vollem Gange. Die norwegische Boulevardzeitung „Dagbladet“ schrieb: „Eines ist jedenfalls sicher: Das ist die beste Werbung für Norwegen aller Zeiten. Die ganze Welt spricht über die norwegische Nationalmannschaft – mit Wikingerhelmen, Runenschrift und einem Selbstbewusstsein, das die Gegner in den Grund stößt.“ Norwegen trifft im Achtelfinale auf Brasilien.
Frühere Weltmeister fordern Neuanfang beim DFB
Frühere Welt- und Europameister fordern nach dem deutschen Aus bei der WM einen Neuanfang. „Es darf so nicht weitergehen“, schrieb Guido Buchwald im „Kicker“. „Alle und alles muss hinterfragt werden.“ Jürgen Kohler äußerte: „Gescheitert ist die DFB-Auswahl auch, weil ihr Spieler fehlten, die den Unterschied ausmachen.“ Auch Andreas Möller, Olaf Thon und Fredi Bobic äußerten ihre Sorgen. Thon sagte: „Es braucht nun einen Neuanfang. Ich weiß nicht, ob Julian Nagelsmann dafür der Richtige ist.“
Belgien nach dramatischem Comeback im Achtelfinale
Belgien hat ein fulminantes Comeback hingelegt und das Sechzehntelfinale gegen Senegal nach 0:2-Rückstand noch mit 3:2 nach Verlängerung gewonnen. Youri Tielemans traf doppelt, Romelu Lukaku erzielte den Anschlusstreffer. Senegal hatte durch Habib Diarra (24.) und Ismaila Sarr (51.) geführt, ehe Lukaku (86.) und Tielemans (89.) den Ausgleich erzielten. In der Verlängerung verwandelte Tielemans in der 5. Minute der Nachspielzeit einen Foulelfmeter.
USA ziehen ins Achtelfinale ein
Die US-Fußballer besiegten Bosnien-Herzegowina im Sechzehntelfinale mit 2:0 (1:0) und stehen im Achtelfinale. Folarin Balogun (45.) und Malik Tillman (82.) trafen vor 68.827 Zuschauern im Super-Bowl-Stadion in Santa Clara. Balogun sah eine umstrittene Rote Karte, sodass die USA rund 30 Minuten in Unterzahl spielten. Im Achtelfinale trifft die Mannschaft auf Belgien.
Lukaku denkt an toten Vater
Nach dem Sieg gegen Senegal erinnerte sich Belgiens Romelu Lukaku an seinen verstorbenen Vater Roger Lukaku, der im September 2025 im Alter von 58 Jahren gestorben war. „Ich glaube, mein Vater wacht über mich. Ganz sicher“, sagte Lukaku auf dem Rasen von Seattle.
Spaniens Trainer: Nico Williams fehlt gegen Österreich
Europameister Spanien kann im Sechzehntelfinale gegen Österreich voraussichtlich nicht auf Nico Williams zurückgreifen. „Nico war sehr verärgert, nach einem ganzen Jahr, wo er meinte, er ist schon wieder verletzt. Zum Glück ist das nicht der Fall. Das ist nur ein kleineres Problem“, sagte Trainer Luis de la Fuente. Für das nächste Spiel sei man optimistisch, dass Williams wieder dabei sei. Spanien trifft am 2. Juli in Inglewood auf Österreich.



