Joshua Kimmich stand einem Abschied vom FC Bayern München deutlich näher als bislang bekannt. Vor seiner Vertragsverlängerung im März 2025 bemühte sich der französische Spitzenclub Paris Saint-Germain intensiv um den Nationalspieler. Dies gab Kimmich in der ZDF-Dokumentation „Kapitän Kimmich“ preis. PSG habe „die Muskeln spielen lassen“, so der 31-Jährige.
Rückblick auf die schwierige Phase
Nach der titellosen Saison 2023/24 teilten die Münchner Verantwortlichen um Max Eberl Kimmich mit, dass er ein Verkaufskandidat sei. „Generell hatte ich schon das Gefühl, dass die Bayern sehr, sehr offen sind, mich abzugeben“, sagte Kimmich. „Das trägt natürlich nicht dazu bei, dass die Bindung zwischen Verein und Spieler größer wird.“ Eberl habe ihm signalisiert, dass ein Wechsel möglich sei, falls er dies wünsche. Auch Eberl selbst bestätigte: „Da war die Konstellation schon so, dass Vereine sich gemeldet haben und wir im Grunde bei keinem pauschal gesagt haben: keine Chance.“
Fast sicherer Abschied
Im Sommer entschied sich Kimmich zunächst für einen Verbleib in München, doch eine Vertragsverlängerung schien damals unwahrscheinlich. „Ich weiß nicht, was passieren sollte, dass ich verlängern würde. Ich will es nicht zu 100 Prozent ausschließen, aber zu 95 Prozent sehe ich es nicht kommen, dass ich hier verlängere“, erklärte er. Nach starken Leistungen unter Trainer Vincent Kompany rückte ein Winterwechsel nach Paris jedoch wieder in den Fokus. PSG-Sportdirektor Luís Campos reiste persönlich nach Deutschland, um Kimmich von einem Engagement zu überzeugen.
Familie involviert
Die Wertschätzung von PSG beeindruckte Kimmich: „Ich sollte ein wichtiges Puzzlestück sein, ein Spieler mit Erfahrung – das macht etwas mit einem.“ Seine Frau Lina besichtigte Wohngegenden und Häuser in Paris und lernte Trainer Luis Enrique sowie Campos kennen. „Sie waren alle super lieb, das hat die Entscheidung nicht einfacher gemacht“, sagte sie. Zudem legte PSG ein finanziell äußerst attraktives Angebot vor. „Wenn man das als Außenstehender wüsste, würde man sagen, dass es eine dumme Entscheidung ist, bei Bayern zu bleiben“, so Kimmich. „Wenn es nur um das Geld gegangen wäre, hätte ich eigentlich keine Sekunde über meine Entscheidung nachdenken müssen. Dann wäre die Entscheidung nicht pro Bayern gefallen.“
Wendung und Vertragsverlängerung
Die Bayern hatten ein Angebot vor der Einigung zurückgezogen, und Medien warfen Kimmich Geldgier vor. Doch nach einem weiteren Telefonat mit Eberl entschied er sich um und verlängerte am 13. März bis 2029. Seine Frau Lina bezeichnete diesen Moment als Erleichterung. Die Dokumentation „Kapitän Kimmich“ gewährt tiefe Einblicke in diese entscheidende Phase seiner Karriere.



