Kompany wird zum Dolmetscher: Kuriose Bayern-PK in Südkorea
Kompany als Dolmetscher: Kuriose Bayern-PK in Südkorea

Bevor der FC Bayern am Dienstag im Testspiel gegen Jeju SK antritt, sorgte die Pressekonferenz am Montag für kuriose Momente. Vincent Kompany (40) musste dabei kurzerhand als Dolmetscher für Minjae Kim (29) einspringen, weil der offizielle Übersetzer an seine Grenzen stieß. Das Testspiel wird am Dienstag um 13 Uhr MESZ angepfiffen und live bei FC Bayern TV Plus übertragen.

Dolmetscher-Panne im Jeju World Cup Stadium

Im Jeju World Cup Stadium stellten sich Kompany und Kim den Fragen der koreanischen und der mitgereisten deutschen Journalisten. Der FC Bayern befindet sich derzeit auf Asien-Tour, die ihn nach Südkorea und vom 5. bis 8. August nach Hongkong führt. Für Kim, der in seiner Heimat als Superstar gilt, war die Aufmerksamkeit enorm – doch die Verständigung drohte zu scheitern.

Als die erste Frage auf Deutsch gestellt wurde, entschuldigte sich der Dolmetscher: Eine Übersetzung vom Deutschen ins Koreanische oder Englische sei nicht möglich, nur von Englisch ins Koreanische. Kompany reagierte mit einem Lachen und fragte in die Runde: „Aber wer übersetzt denn die deutschen Fragen für Minjae?“ Die Antwort gab er sich kurz darauf selbst: Er übernahm die Übersetzung der deutschen Fragen ins Englische – für Kim und alle, die Englisch verstehen.

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Wettkampf in der Innenverteidigung

Der Coach übersetzte unter anderem die Frage, wie Kim die Konkurrenzsituation in der Innenverteidigung mit Frankreich-Star Dayot Upamecano (27) und dem deutschen Nationalspieler Jonathan Tah (30) einschätzt. Kims Antwort ließ keinen Zweifel an seiner Einstellung: „Wir haben in jeder Saison bei Bayern einen großen Wettkampf um die Plätze. Ich bin sehr froh, mich mit Tah und Upa messen zu können. Wir haben ein gutes Verhältnis und wir sprechen viel über die Situationen. Ich kann auch vieles lernen. Und das ist der Grund, warum ich sehr zufrieden bin.“

Kim will bei Bayern bleiben

Auf BILD-Nachfrage zu den anhaltenden Wechselgerüchten stellte Kim klar, dass er sich beim FC Bayern wohlfühlt: „Als Spieler bin ich sehr froh, bei Bayern zu sein und sehr zufrieden. Ich habe einige Spiele absolviert, in den Spielen immer mein Bestes gegeben und alles auf dem Platz gelassen. Ich hoffe, dass ich diese Saison mehr Gelegenheiten vom Trainer bekomme und bleiben kann.“

Die Zahlen der vergangenen Saison zeigen, warum Kim mehr Einsatzzeit fordert: Er kam auf 37 Pflichtspiele, Upamecano auf 42 und Tah sogar auf 49. Der 29-Jährige war nicht immer erste Wahl, dennoch zeigte er sich kämpferisch und betonte, wie wohl er sich in München fühlt.

Kompany: „Er liefert auf dem Platz“

Der Trainer lobte Kim ausdrücklich: „Ich möchte Minjae erst mal ein Kompliment machen! Egal wie die Situation ist, er liefert auf dem Platz und redet nicht abseits des Platzes. Er gibt im Training alles, er gibt auf dem Platz alles und seine Leistungen in der letzten Saison waren richtig gut. Generell kann man natürlich sagen, das ist in der Abwehr die Nummer 1, 2, 3 oder 4 – die Leute machen gerne diese Ranglisten. Aber für mich ist es viel wichtiger zu sehen, dass er leistet – und dementsprechend müssen die anderen auch ihre besten Leistungen bringen. Das möchte ich auf jeder Position haben, nicht nur in der Innenverteidigung.“

Nächster kurioser Moment

Es sollte nicht der einzige Verständigungs-Moment bleiben. Als Kompany über seinen Besuch beim K-League-Spiel zwischen Jeju SK und Incheon United am Sonntag sprach, das 3:3 endete, schob er vorweg: „Ich weiß jetzt nicht, ob das die Übersetzung so richtig rüberbringen kann, aber das ist mir jetzt egal, denn ich werde diese Frage komplett beantworten und dann sehen wir schon, was darüber kommt.“

Im Livestream auf der Bayern-Homepage und bei YouTube klappte die deutsche Übersetzung derweil einwandfrei – nur vor Ort fehlte die passende Sprachunterstützung.

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Kuchen als Trophäe

Zum Abschluss der Pressekonferenz gab es noch eine kulinarische Auszeichnung: Kompany und Kim erhielten von den Gastgebern einen Kuchen in Stadionform, verziert mit beiden Vereinswappen und dem Spieldatum. Gemeinsam mit Jeju-Trainer Sérgio Costa (52) und dessen Torhüter Dongjun Kim (31) posierte das Quartett für die Fotografen. Die Moderatorin forderte die Runde auf: „Bitte lächeln!“ Costa lachte herzlich, Kompany schmunzelte. Für den Coach, der die kuriosen Szenen sichtlich genoss, war der Kuchen eine versöhnliche Geste nach all den Verständigungsschwierigkeiten – und der perfekte Abschluss einer denkwürdigen Pressekonferenz.