Bayern macht nicht mit: Speedweek ohne den Freistaat
Bayern macht nicht mit: Speedweek ohne den Freistaat

Vom 3. bis zum 9. August 2026 findet bundesweit die „Speedweek“ der Polizei statt. Bayern wird sich daran nicht beteiligen. Das bestätigte das bayerische Innenministerium auf Anfrage der Augsburger Allgemeinen. Damit setzt der Freistaat seine Linie fort, sich nicht an länderübergreifenden Aktionswochen zu beteiligen. Die bayerische Polizei werde während dieser Zeit aber die regulären Kontrollen unvermindert durchführen, hieß es weiter.

Was ist die Speedweek?

Die Speedweek ist ein gemeinsames Vorhaben mehrerer Bundesländer, um eine Woche lang die Geschwindigkeitsüberwachung zu intensivieren. Vom 3. bis 9. August 2026 wollen die beteiligten Polizeidienststellen Radar- und Lasermessungen an selten kontrollierten Strecken durchführen, aber auch auf stark frequentierten Pendlerwegen. Ziel ist es, durch die hohe Kontrolldichte eine abschreckende Wirkung zu erzeugen und das Unfallrisiko durch überhöhte Geschwindigkeit zu senken. Organisiert wird die Aktion von den Innenministerien der Länder, die sich dazu abgestimmt haben.

Warum Bayern nicht mitmacht

Bayern verfolgt bereits seit Jahren ein anderes Konzept. Anstatt temporäre Schwerpunktaktionen durchzuführen, setzt das Innenministerium auf permanente und möglichst unberechenbare Kontrollen. Ein Sprecher des Ministeriums sagte, die Erfahrungen der vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass regelmäßige Messungen an Unfallschwerpunkten sowie stationäre Blitzer eine höhere Wirksamkeit entfalten als einzelne Aktionswochen. Zudem sei die personelle Belastung für die Polizei bei einer dezentralen Daueraufgabe besser planbar.

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Diese Haltung ist nicht neu. Bereits beim traditionellen „Blitzermarathon“ in den Jahren zuvor hatte Bayern wiederholt auf eine Teilnahme verzichtet. Während andere Länder an bestimmten Tagen Hunderte Beamte einsetzen, argumentieren die Münchner Behörden, dass unangekündigte Kontrollen die Verkehrsteilnehmer stärker sensibilisieren. Allerdings wurde diese Einschätzung nicht mit konkreten Unfallzahlen belegt.

Kritik aus anderen Bundesländern

Die Ankündigung aus Bayern sorgt bei den Initiatoren der Speedweek für Unverständnis. Insbesondere aus den Ländern, die sich für die gemeinsame Aktion ausgesprochen haben, gibt es Kritik. Ein Vertreter des nordrhein-westfälischen Innenministeriums erklärte, die Bekämpfung von Geschwindigkeitsverstößen sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der die Bürger ein gemeinsames Signal der Polizei erwarteten. Man respektiere die Entscheidung des Freistaates, halte sie aber für bedauerlich. Auch aus Niedersachsen und Hessen kamen ähnliche Stimmen.

Die Kritik geht jedoch an der bayerischen Realität vorbei. Denn die Polizei in Bayern führt auch im August 2026 an zahlreichen Stellen Geschwindigkeitskontrollen durch – nur eben nicht als Teil der abgestimmten Woche. Wer durch Bayern fährt, muss also dennoch mit Radarkontrollen rechnen. Das Innenministerium verwies darauf, dass allein die stationären Anlagen im Freistaat eine hohe Kontrollabdeckung gewährleisten.

Was bedeutet das für Autofahrer?

Für Autofahrer ändert sich durch die bayerische Absage kaum etwas. In der Woche vom 3. bis 9. August 2026 gelten selbstverständlich die üblichen Tempolimits. Auch werden die bekannten Messstellen weiterhin aktiv sein. Zusätzliche, aus der Länderkoordination entstandene Kontrollen wird es in Bayern jedoch nicht geben. Das Innenministerium appelliert dennoch an alle Verkehrsteilnehmer, die Geschwindigkeitsregeln einzuhalten – nicht nur während der Speedweek, sondern an jedem Tag des Jahres.

Die Entscheidung Bayerns zeigt einmal mehr die unterschiedlichen Philosophien in der Verkehrspolitik der Bundesländer. Während einige auf gebündelte Aktionen und mediale Aufmerksamkeit setzen, vertraut der Freistaat auf eine gleichmäßige und flächendeckende Überwachung. Ob die Speedweek ohne Bayern tatsächlich zu weniger Unfällen führt, müssen die Unfallstatistiken der kommenden Jahre zeigen.

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