Die Japan-Tour von Borussia Dortmund fordert die Spieler enorm. Bei Luftfeuchtigkeit von bis zu 85 Prozent und Temperaturen bis zu 38 Grad Celsius stoßen selbst die fittesten Profis an ihre Grenzen. Trainer Niko Kovač (54) reagiert mit einer ungewöhnlichen Maßnahme: Er hat seinen Stars einen klaren Schlaf-Befehl erteilt.
Nachtaktiv-Plan gegen die Zeitumstellung
Kovač verlangt von seinen Spielern, dass sie erst um zwei Uhr morgens ins Bett gehen. Der Grund: Tokio liegt sieben Stunden vor Deutschland. Um die Zeitverschiebung zu überbrücken, wird nicht nur der Schlafrhythmus angepasst. Das Abendessen nehmen die Profis teilweise erst kurz vor Mitternacht ein, und das Frühstück gibt es in der Regel erst um 13 Uhr Ortszeit. Mit diesem ungewöhnlichen Zeitplan soll bei der Rückkehr am Sonntag nach Deutschland ein möglicher Jetlag abgemildert werden.
Strapazen und positive Nebenwirkungen
Am Mittwoch, nach dem 0:1-Testspiel gegen Osaka und einem nächtlichen Kurzflug nach Tokio, war sogar erst um drei Uhr Bettruhe. Die Bedingungen sind extrem. Am Donnerstagmittag japanischer Ortszeit sprach Jungstar Samuele Inacio (18) in einer Puma-Filiale. Dabei lief ihm der Schweiß so stark in die Augen, dass er seine Antworten unterbrechen musste – ihm wurde ein Taschentuch gereicht. Trotz der Strapazen gibt es positive Nebeneffekte: Die Mannschaft rückt näher zusammen und lernt sich besser kennen. Das soll sich im Laufe der Saison auszahlen.
Noch ohne Nationalspieler
Einige Nationalspieler fehlen auf der Reise noch. Sie stoßen erst nach dem Japan-Trip zum Team. Dann geht es richtig los. Bis dahin gilt Kovacs Nachtaktiv-Befehl – eine knallharte, aber durchdachte Strategie gegen den Jetlag.



