Die Fans von Lok Leipzig haben trotz des erneuten Scheiterns in der Drittliga-Relegation gegen Würzburg eine beeindruckende Fairness bewiesen. Nach dem 1:2 im Rückspiel, das den Aufstieg verhinderte, blieben die Anhänger ruhig und diszipliniert, obwohl die Enttäuschung riesig war.
Vorbildliches Verhalten in emotionaler Situation
Bereits im Vorjahr in Havelse hatten die Lok-Fans ähnliche Größe gezeigt. Mittelfeldspieler Farid Abderrahmane lobte: „Das ist brutal für diese Menschen. Man hätte es fast verstanden, wenn etwas passiert wäre, das nicht zum Fußball gehört.“ Doch es blieb ruhig, als der Stadionsprecher die Polizei zur Fantrennung ankündigte. Die Fans kamen der Bitte nach, nicht auf Zäune zu steigen, und es gab kaum Provokationen.
Lob von Verantwortlichen
Sportdirektor Toni Wachsmuth zeigte sich beeindruckt: „Man kann ein gewisses Frustpotential verstehen, wenn man dreimal Meister ist und nicht aufsteigt. Die Reaktion des Publikums zeigt eine absolute Entwicklung im Verein. Wir waren faire Gäste, darauf sind wir stolz.“ Auch Trainer Jochen Seitz, der kurz nach dem Spiel seinen Rücktritt erklärte, äußerte sich anerkennend: „Mir tut es unendlich leid für den Verein und die Fans. Die Fairness unter den Relegationsteilnehmern ist durch die Verachtung der Regularien respektvoller geworden.“
Strukturelle Benachteiligung beklagt
Lok Leipzig leidet unter einer Aufstiegsregel, die von Funktionären in Bayern, dem Norden und Westen trotz Debatten nicht geändert wurde. Die Fans hängten ein Banner mit der Aufschrift „Euer System ist krank!“ auf. Trotz allem ist der Kultklub nicht unterzugehen – die Anhänger holten später Schals heraus und muntern sich und die Profis auf.



