Die USA haben ihre Luftangriffe auf den Iran nach 13 aufeinanderfolgenden Nächten überraschend eingestellt. Am Wochenende erfolgte kein Beschuss iranischen Territoriums. Eine offizielle Erklärung des US-Militärs zu diesem Schritt liegt bislang nicht vor. Die iranische Armee kündigte daraufhin an, ebenfalls ihre Vergeltungsmaßnahmen zu stoppen.
Iran stellt Vergeltung ein – Hoffnung auf Verhandlungen
„Da unsere Strategie im Wesentlichen auf Vergeltung beruhte, haben auch wir unsere Vergeltungsmaßnahmen gestoppt“, erklärte Armeesprecher Mohammed Akraminia. Die USA befänden sich in einer „schwierigen und instabilen“ Lage und suchten wahrscheinlich nach einer neuen Strategie. Trotz der Feuerpause gab es weiterhin Auseinandersetzungen in der Straße von Hormus. Die iranischen Streitkräfte gaben an, sechs Schiffe an der Durchfahrt gehindert zu haben, die eine „illegale und unsichere Route“ genommen hätten.
Die plötzliche Einstellung der Angriffe kommt überraschend, da US-Präsident Donald Trump noch am Freitag neue, massivere Attacken erwogen hatte. Allerdings fügte Trump hinzu, dass Washington derzeit mit Teheran verhandle und der Iran „von Tag zu Tag ernsthafter“ werde. Ohne ein Abkommen drohte Trump jedoch mit einem „weitaus höheren Niveau“ der Angriffe. US-Botschafter Mike Waltz sagte gegenüber Fox News: „Er gibt den Gesprächen etwas Raum, er lässt ihnen ein wenig Zeit.“
Interne Bedenken: Vance und Caine gegen Fortsetzung
Medienberichte zeichnen ein anderes Bild der Entscheidung. Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf Regierungskreise, dass es große Sorgen über die schwindenden Bestände an Militärmaterial gebe. Besonders betroffen sei die Ausrüstung der Golfstaaten zur Abwehr iranischer Angriffe, etwa Patriot-Abfangraketen. Der Sender CNN meldete, die USA hätten die Angriffe aus diesem Grund „auf Eis gelegt“. Insidern zufolge hätten US-Vizepräsident JD Vance und der ranghohe General Dan Caine erhebliche Bedenken gegen eine Fortführung der Angriffe geäußert.
Entscheidende Bedeutung für das weitere Vorgehen der US-Armee könnte der für Dienstag geplante Besuch des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in Washington haben. Die USA hatten die Angriffe auf den Iran Ende Februar gemeinsam mit Israel begonnen. Armeesprecher Akraminia warnte: Sollte sich die US-Regierung erneut von Israel „in die Irre führen lassen“ und „auf der Fortsetzung des Krieges beharren“, werde der Iran den Konflikt „geografisch ausweiten“.



