Luis de la Fuente: Spaniens Mr. Unbekannt führt Team ins WM-Finale
Luis de la Fuente: Spaniens Mr. Unbekannt im WM-Finale

Die spanische Fußball-Nationalmannschaft hat das Halbfinale der Weltmeisterschaft 2026 gegen den Top-Favoriten Frankreich mit 2:0 gewonnen und steht erstmals seit 2010 wieder im Finale. Der Architekt dieses Erfolgs ist ein Mann, der weitgehend unter dem Radar fliegt: Luis de la Fuente. Der 65-jährige Trainer bleibt auch nach dem größten Sieg seiner Karriere seelenruhig und bescheiden.

De la Fuente: Bescheidenheit als Stärke

„Es lässt sich schwer beschreiben, was für ein Gefühl das ist“, sagte de la Fuente nach dem Spiel und betonte, er sei „extrem glücklich“. Dabei wirkte er, als müsse er gleich noch die Steuererklärung machen. TV-Experte Christian Streich lobte im ZDF die Demut des Trainers: „Er hat in dem Interview achtmal die Mannschaft erwähnt, immer von der Gruppe gesprochen, vom Land, von Dankbarkeit. Er ist ein Weltklasse-Trainer und es kommt nur Demut rüber, Ruhe, Zurückhaltung.“

De la Fuente selbst stellt stets das Team in den Vordergrund: „Diese Spieler haben es einfach verdient. Sie haben es verdient, weil sie Leidenschaft auf den Platz bringen, solidarisch spielen und weil sie auch ein extrem großes Talent haben.“ Das Finale sei „eine große Verantwortung, die wir haben für das ganze Land“. Nun müsse er aber erst einmal runterkommen und das Erreichte verarbeiten.

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Rekordjagd: 37 Spiele ungeschlagen

Spanien ist seit 37 Spielen ungeschlagen – nur der Weltrekord Italiens (2018 bis 2021) liegt noch vor dem Team. Ausgerechnet im Finale könnte die Bestmarke fallen. Die Mannschaft von de la Fuente präsentiert sich als Turniermonster: In der Defensive kassierte sie bisher nur ein Gegentor, in der Offensive zermürbt ein Tiki-Taka 2.0 die Gegner. Gegen Frankreich kamen Stars wie Kylian Mbappé und Ousmane Dembélé kaum zur Entfaltung.

Der ungewöhnliche Karriereweg

De la Fuente bestritt als Linksverteidiger eine Profikarriere unter anderem bei Athletic Bilbao und dem FC Sevilla. Seit Ende der 1990er Jahre arbeitet er als Trainer, zunächst bei kleineren Klubs wie Sevilla, Bilbao und Deportivo Alavés, vor allem im Nachwuchsbereich. 2013 wechselte er zum spanischen Verband, wo er die U19 und U21 trainierte und Europameister sowie Olympiasieger wurde. Viele der heutigen Stars wie Rodri, Dani Olmo, Nico Williams und Lamine Yamal kennt er aus deren Jugendtagen.

Erfolge seit Übernahme der Nationalmannschaft

Nach dem frühen WM-Aus 2022 übernahm de la Fuente die A-Nationalmannschaft. Seitdem gewann er 2023 die Nations League, 2024 die Europameisterschaft und führt Spanien nun ins WM-Finale. Er gilt nicht als Taktik-Nerd, sondern als großartiger Anführer und Menschenfänger. Die unaufgeregte Art kommt bei Spielern und Fans gut an. „Jetzt wollen wir auch den Titel“, betonte er mit Blick auf das Finale.

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