Matthäus: Neuer hätte sich WM sparen können – Abschieds-Analyse
Matthäus: Neuer hätte sich WM sparen können

Lothar Matthäus hat in einer Kolumne für BILD scharfe Kritik an Manuel Neuers Rückkehr in die deutsche Nationalmannschaft für die WM 2026 geübt. Der Rekordnationalspieler sieht Parallelen zu seinem eigenen Karriereende und meint: „Manuel Neuer hätte sich diese WM ebenfalls sparen können.“ Der 40-jährige Torwart war nach einer Verletzungspause zurückgekehrt, schied aber mit Deutschland erneut in der Vorrunde aus – das dritte Mal in Folge.

Matthäus zieht Parallelen zu eigener Karriere

Matthäus, der mit 65 Jahren in München lebt, erinnert sich an seine letzte EM 2000: „Rückblickend hätte ich mir die EM-Teilnahme sparen sollen.“ Damals hatte er sich einen Muskelfaserriss zugezogen und litt unter Rückenproblemen. Zudem spürte er das nachlassende Vertrauen der Mitspieler. „Für sie war ich der Alte, der jetzt in den USA spielte“, schreibt Matthäus. Deutschland schied in der Gruppenphase aus, sein 150. Länderspiel endete mit einem 0:3 gegen Portugal. Kurz darauf beendete er seine Karriere.

Neuers Vermächtnis und die „kleine Delle“

Trotz der Kritik würdigt Matthäus Neuers außergewöhnliche Leistungen: „Er hat das Torwartspiel neu erfunden – als 11. Feldspieler, als eine Art Libero.“ Fünfmal wurde er Welttorhüter, der WM-Titel 2014 bleibt unvergessen. Doch Matthäus sieht einen Makel: „Nach Platz 3 und Platz 1 folgten drei schlechte Weltmeisterschaften hintereinander. Auch das bleibt in den Köpfen hängen.“ Er vergleicht es mit seinen eigenen drei WM-Endspielen (Titel 1990, dann zwei Viertelfinal-Aus), die damals als Misserfolg galten. „Es ist ein schmaler Grat, den richtigen Zeitpunkt für den Abschied zu finden.“

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Ronaldo, Modrić, de Bruyne: Die alternden Stars

Matthäus analysiert auch andere Größen des Weltfußballs. Cristiano Ronaldo (41) habe bei der WM gezeigt, dass ihm „diese Dynamik fehlt“. Er solle seine Karriere in der Nationalmannschaft beenden: „Was will er noch gewinnen?“ Matthäus spekuliert über ein riesiges Abschiedsspiel in Saudi-Arabien, dem Gastgeberland der WM 2034. Luka Modrić (40) und Kevin de Bruyne (35) sieht er am Ende ihrer Laufbahn: „Man merkt jetzt an ihren geringer werdenden Einsatzzeiten – Modrić bei Milan und de Bruyne in Neapel –, dass ihre Zeit zu Ende geht.“

Messi: Noch nicht am Ende

Lionel Messi (39) traut Matthäus noch mehr zu: „Ihm traue ich zu, dass er auch dann in der Nationalmannschaft weitermacht, wenn er den WM-Titel von 2022 jetzt verteidigt.“ Messi habe noch immer „den uneingeschränkten Rückhalt“ und Lust auf Fußball. Ein gemeinsames Abschiedsspiel mit Ronaldo wäre „ein großartiger Abschluss“. Matthäus erinnert an sein eigenes Abschiedsspiel im Jahr 2000, bei dem sein Freund und Rivale Diego Maradona dabei war, und er 2001 an Maradonas.

Ausblick auf die nächste WM

Abschließend blickt Matthäus auf die WM 2030 voraus: „Ich glaube, ich hätte wieder großen Spaß daran, Experte für BILD, BILD am Sonntag und SPORT BILD zu sein.“

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