Merz verteidigt WM-Tweet: „Was für ein Spiel“ trotz Achtelfinal-Aus
Merz verteidigt WM-Tweet trotz Achtelfinal-Aus

Bundeskanzler Friedrich Merz hat mit einem Tweet nach dem Achtelfinal-Aus der deutschen Nationalmannschaft gegen Paraguay für Irritationen gesorgt. Während die Medien das Spiel als „Trauerspiel“ und „Blamage“ bezeichneten, schrieb Merz auf X: „Auch wenn das Ausscheiden schmerzt: Was für ein Spiel. Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch.“ Der Beitrag wurde innerhalb weniger Minuten tausendfach kommentiert, oft mit Spott und Unverständnis.

Opposition reagiert mit Hohn und Spott

Besonders die politische Konkurrenz nutzte die Gelegenheit für Seitenhiebe. Die FDP-Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann schrieb: „Ich weiß gar nicht, was schlimmer war. Das Spiel oder diese Analyse.“ Die AfD twitterte: „Merz hat sich so sehr daran gewöhnt, die miserable Leistung seiner CDU schönzureden, dass er einfach nicht mehr anders kann.“ Sevim Dagdelen vom BSW-Bundesvorstand diagnostizierte „Realitätsverlust auf Kanzlerniveau. Genau wie bei seiner Politik.“ Der Hashtag „Welches Spiel“ trendete kurzzeitig auf der Plattform.

Merz kontert: „In der Niederlage stehen wir zusammen“

Der Kanzler ließ die Kritik nicht auf sich sitzen und antwortete wenige Stunden später: „Erfolge feiern wir gemeinsam. Und in der Niederlage stehen wir zusammen. Das macht uns stark. Wer den Adler auf der Brust trägt, hat unseren Rückhalt verdient und nicht unseren Spott.“ Damit stellte er sich demonstrativ hinter die Mannschaft, die zum dritten Mal in Folge vor dem Viertelfinale ausgeschieden ist.

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Politisch ungünstiger Zeitpunkt

Das WM-Aus kommt für Merz zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Seit Monaten wirbt er für mehr Zuversicht in Deutschland und hatte gehofft, dass ein erfolgreiches Abschneiden der Nationalelf die Stimmung im Land heben würde. In der ARD-Sendung „Miosga“ sagte er Anfang Mai: „Das hätte für Deutschland, für das Binnenklima sicherlich eine große, gute Wirkung.“ Er hatte sogar mit dem Finale geliebäugelt. Nun muss er in die entscheidenden Verhandlungen über das große Reformpaket der Koalition gehen – mit schlechter Laune im Land.

Vom Optimismus zur Ernüchterung

Schon in der Vorrunde war Merz‘ Optimismus gedämpft worden. Beim G7-Gipfel verfolgte er auf dem Handy Teile von Frankreichs 3:1-Sieg gegen Senegal und sagte in einem RTL-Interview: „Ich habe ein Datum im Blick: Es könnte sein, dass am 4. Juli das Achtelfinalspiel stattfindet. Ich hab schon im Blick, wer da der Gegner sein könnte – und das wird verdammt schwer.“ Eine Reise zu einem möglichen Viertelfinale in den USA ist nun nicht mehr nötig.

Ein Bild bleibt: Trikot für Trump

Von Merz wird am Ende dieser WM vor allem ein Bild bleiben: Wie er beim G7-Gipfel US-Präsident Donald Trump ein Deutschland-Trikot zu dessen 80. Geburtstag überreichte. Trump freute sich nur mäßig, lächelte kurz und legte das Geschenk schnell zur Seite. Ein Symbol für eine WM, die für Deutschland und den Kanzler anders verlief als erhofft.

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