Weltmeisterliche Klub-Bosse in Portugal? Wie BILD am Mittwochmorgen enthüllte, planen Mats Hummels (37) und Thomas Müller (36) gemeinsam mit Ex-Bayern-Torwart Yann Sommer (37) und einer Investorengruppe die Übernahme von Estrela Amadora. Der Verein aus der Großstadt Amadora (rund 170.000 Einwohner) in der Metropolregion Lissabon belegte in der abgelaufenen Saison den 15. Platz. Die Abstiegsrelegation entging dem Team nur durch den gewonnenen direkten Vergleich mit dem Tabellen-16. Casa Pia.
Geschichte von Estrela Amadora
Estrela Amadora gilt als inoffizieller Nachfolger des gleichnamigen Vereins, der 2011 nach einer Insolvenz aufgelöst wurde. Zuvor spielte Amadora jahrelang in der ersten Liga und gewann 1990 den Pokal. In dieser Zeit wurde der Klub von portugiesischen Trainer-Legenden wie Fernando Santos (71/1994–1998) und Jorge Jesus (71/1998–2000 und 2002–2003) trainiert. 2020 fusionierte der offizielle Nachfolgeverein CD Estrela mit Club Sintra Football, was den Startplatz in der dritten Liga ermöglichte. 2023 gelang die Rückkehr in die erste Liga.
Verbindungen nach Deutschland
Mit Amadora würden Hummels und Müller ein Team übernehmen, das sich in jüngster Zeit häufig auf dem deutschen Markt bediente. Allein im Januar holte der Verein vier Spieler aus der deutschen dritten Liga: Rechtsverteidiger Max Scholze (21, aus Ulm), Torwart Dudu (27, von Viktoria Köln), Mittelfeldspieler Tom Moustier (24, aus Essen) und Stürmer Chilohem Onuoha (21, vom 1. FC Köln). Sie sollen den Weg von Sidny Lopes Cabral (23) gehen, den Amadora vor der Saison ablösefrei von Viktoria Köln holte und im Januar für sechs Millionen Euro an Benfica Lissabon verkaufte.
Im Gespräch mit dem „Kicker“ erklärte Amadora-Geschäftsführer Francisco Lopo im Februar: „Paulo Moreira, unser Technischer Direktor, hat eine Verbindung nach Deutschland. So sind wir auf Sidny Lopes Cabral aufmerksam geworden. Vorher hatten wir keine Berührungspunkte mit dem deutschen Markt, aber jetzt haben wir die dritte Liga für uns entdeckt.“
Lizenzprobleme
Wie die Zeitung „O Jogo“ berichtet, liegt der portugiesischen Profifußball-Lizenzkommission eine Beschwerde gegen den Verein vor, die ausbleibende Zahlungen betrifft. Am vergangenen Freitag veröffentlichte Amadora ein Statement: „Estrela Amadora sieht keinen Grund, der den Erhalt der Lizenz in Frage stellen könnte, und vertraut auf die Erfüllung aller regulatorischen Anforderungen.“



