Am Abend des 26. Juli 2026 versammelten sich Tausende Menschen auf der spanischen Mittelmeerinsel Mallorca, um gegen die zunehmenden Belastungen durch den Massentourismus zu demonstrieren. Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer auf etwa 25.000, während die Organisatoren sogar mit bis zu 40.000 gerechnet hatten.
Protestverlauf und Kundgebung
Die Demonstranten trafen sich zunächst auf der Plaza de España im Zentrum der Inselhauptstadt Palma. Von dort zog der Demonstrationszug durch die Innenstadt zur Kathedrale, wo später am Abend ein Manifest verlesen werden sollte. Die Initiative „Menys Turisme, Més Vida“ (Weniger Tourismus, mehr Leben) hatte zu dem Protest unter dem Motto „Mallorca am Limit“ aufgerufen – bereits das dritte Jahr in Folge. Viele Teilnehmer trugen selbstgebastelte Plakate mit Aufschriften wie „Mallorca overbooked“ oder „Keine Kapazität mehr“.
Forderungen der Demonstranten
Die zentrale Forderung ist eine Begrenzung der Besucherzahl. Die steigende Zahl der Urlauber und der Ferienwohnungen wird für die drastische Wohnungsnot verantwortlich gemacht. Ein Sprecher der Veranstalter erklärte vor Journalisten: „Ein Jahr vor den Regionalwahlen auf den Balearen wollen wir unsere Meinung kundtun.“ Der Zeitpunkt sei bewusst in die Hauptreisezeit Ende Juli und Anfang August gelegt worden, wenn die meisten Urlauber auf der Insel sind. Die Organisatoren beklagen, dass viele Menschen mit normalem Einkommen sich auf Mallorca kaum noch eine Wohnung leisten können.
Hintergrund des Protests
Neben der Wohnungsnot führen Nachbarschaftsverbände, Umweltschutzgruppen und andere Organisationen auch Probleme wie Verschmutzung, Staus, Lärm und die Zerstörung der Natur auf den Massentourismus zurück. Bei der Kundgebung sollte die deutsch-mallorquinische Sängerin Maria Hein die Mallorca-Hymne „La Balanguera“ singen. Nennenswerte Zwischenfälle oder Angriffe mit Wasserspritzpistolen auf Urlauber, wie sie bei früheren Protesten in Barcelona oder Madrid vorgekommen waren, wurden zunächst nicht gemeldet.
Auswirkungen und Ausblick
Die Proteste auf Mallorca sind Teil einer wachsenden Bewegung in beliebten Urlaubsregionen Europas, die eine nachhaltigere Tourismusentwicklung fordert. Die Insel, die besonders bei deutschen und britischen Touristen beliebt ist, verzeichnet jedes Jahr Millionen von Besuchern. Die Forderung nach einer Obergrenze für Touristen wird von Politikern und Wirtschaftsverbänden kontrovers diskutiert. Ob die Regionalregierung der Balearen nach den Wahlen 2027 konkrete Maßnahmen ergreifen wird, bleibt abzuwarten.



