Infantino attackiert Kritiker: „Meditiert, betet oder schaut Fußball“
Infantino attackiert Kritiker: Meditiert, betet oder schaut Fußball

FIFA-Präsident Gianni Infantino hat in einer langen Stellungnahme auf Instagram scharf gegen Medien und Kritiker ausgeholt. Er warf ihnen vor, „Hass zu verbreiten“ und „falsche Informationen zu streuen“. Infantino schrieb wörtlich: „An diejenigen, die hinter ihren Stiften und Blättern, hinter ihren Bildschirmen sitzen und Hass und falsche Gerüchte verbreiten, möchte ich sagen: Während ihr euch im Hintergrund versteckt, stehen wir bei der FIFA an vorderster Front, organisieren, arbeiten hart und sorgen dafür, dass die beste Show der Welt stattfindet.“

Kritik an WM-Organisation und umstrittene Fälle

Der Weltverband stand während der Weltmeisterschaft mehrfach in der Kritik. So durfte der somalische Schiedsrichter Omar Artan kurz vor Turnierbeginn nicht in die USA einreisen. Auch die hohen Ticketpreise sorgten für Unmut. Der prominenteste Fall war jedoch jener von Balogun, dem besten Spieler des US-Teams. Im Sechzehntelfinale gegen Bosnien und Herzegowina (2:0) sah er wegen eines harten, aber unabsichtlichen Tritts die Rote Karte. Eigentlich wäre er für das Achtelfinale gegen Belgien gesperrt gewesen. US-Präsident Donald Trump soll Infantino persönlich gebeten haben, die Sperre zu überprüfen. Daraufhin durfte Balogun tatsächlich im Achtelfinale spielen. Infantino betonte stets, die Disziplinarkommission habe unabhängig von Trumps Anruf entschieden. Trump selbst erweckte jedoch den Eindruck, Infantino habe interveniert. Der Vorgang löste weltweit Kritik aus.

Infantinos Rechtfertigung und Angriff auf Medien

Infantino wehrte sich gegen den Vorwurf der Einflussnahme. Er schrieb: „Tatsächlich sind ‚umstrittene‘ Schiedsrichterentscheidungen oder ‚seltsame‘ Disziplinarmaßnahmen – wie beispielsweise möglicherweise irrtümlich vergebene Rote oder Gelbe Karten oder anschließende Entscheidungen, Spieler in bestimmten Situationen nicht zu sperren – in einigen der größten Ligen weltweit an der Tagesordnung und werden allgemein akzeptiert.“ Er ging nicht näher auf die Details ein. Zudem kritisierte er, dass Medien nur die Fälle erwähnten, in denen Visa verweigert wurden, während „Millionen“ von Menschen problemlos einreisen konnten, auch aus Ländern mit Gesundheitskrisen. Infantino empfahl seinen Kritikern abschließend, „zu meditieren, zu beten oder ein Fußballspiel zu schauen“. Die Kommentarfunktion unter dem Beitrag wurde deaktiviert.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Kontext: Infantino und die politische Dimension der WM

Die FIFA habe nach Infantinos Darstellung daran gearbeitet, zwei Kriegsparteien zu vereinen. Das iranische Team sei ohne Probleme in die USA eingereist. Infantino erwähnte nicht, unter welchen widrigen Bedingungen Iran an der WM teilnahm. Stattdessen betonte er: „Es geht nicht um Politik.“ Beobachter sehen darin eine Verharmlosung der politischen Verstrickungen des Turniers. Infantinos Rundumschlag erfolgt inmitten wachsender Kritik an seiner Führung und der Kommerzialisierung des Fußballs. Der Fall Balogun und die Nähe zu Trump haben das Bild des FIFA-Präsidenten weiter beschädigt.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration