Yunus Ünal (18) hat Hertha BSC verlassen und sich Hannover 96 angeschlossen. Der Linksverteidiger, der in Berlin keine Perspektive für den Profikader sah, unterschrieb bei den Niedersachsen. Seine Familie äußerte sich gegenüber transfermarkt.de kritisch über die Behandlung durch Hertha.
Familie Ünal: Loyalität wurde nicht erwidert
Die Familie des Talents erklärte: „Yunus hat sich zum Berliner Weg bekannt, lange bevor irgendjemand danach gefragt hat. Wir wollten unbedingt bleiben, das war nie eine Verhandlungstaktik. Ein Weg ist aber keine Einbahnstraße. Ein Bekenntnis von einem jungen Spieler zu verlangen und ihm gleichzeitig sportlich nicht die Hand zu reichen, funktioniert auf Dauer nicht. Loyalität entsteht da, wo sie erwidert wird. Wir hätten sie gern erwidert bekommen.“
Ünal hatte in der vergangenen Saison mit starken Leistungen in der U19 und U23 auf sich aufmerksam gemacht und auch in Testspielen und im Training der Profis überzeugt. Als bei der geplanten Vertragsverlängerung keine Einigung erzielt wurde, strich Hertha ihn aus dem Profi-Kader und der U23. Nach BILD-Informationen war der Verein bereit, zunächst ein moderates Talent-Gehalt zu zahlen und später nachzubessern, falls Ünal sportlich überzeugt. Eine Einigung kam jedoch nicht zustande.
Perspektive fehlte im Angebot
Die Familie kritisierte das Angebot: „Entscheidend war, dass wir aus dem Angebot keine Perspektive ablesen konnten. Ein Vertrag ist immer auch eine Aussage darüber, wie ein Verein einen Spieler einschätzt und mit ihm plant. Diese Aussage hat gefehlt. Wir hatten das Gefühl, dass von Yunus zuerst eine Unterschrift erwartet wurde und Wertschätzung erst danach folgen sollte. Bei einem 16- oder 17-Jährigen, der seine sportliche Zukunft entscheidet, ist das die falsche Reihenfolge.“
Bei Hannover 96 läuft es für Ünal dagegen besser. In seinem ersten Profi-Einsatz für die Niedersachsen wurde er beim 6:1-Testspielsieg gegen den TSV Pattensen in der 46. Minute beim Stand von 2:0 eingewechselt. Im 3-4-3-System spielte er auf der linken Schiene und bereitete die Tore zum 4:0 und 5:1 vor. Nach dem Spiel wurde er von den Fans für Autogramme umzingelt.
Durchstarten in Hannover
Ünal scheint in Hannover sein Glück gefunden zu haben. Der Verein bot ihm eine klare Profi-Perspektive, die ihm in Berlin offenbar verwehrt blieb. Während Hertha BSC nun ohne einen Linksverteidiger im Profikader dasteht, startet das 18-jährige Talent bei den Niedersachsen durch.



