Wendsler Nosie, ehemaliger Stammesführer der San-Carlos-Apachen, lehnt den amerikanischen Nationalfeiertag ab. „Die amerikanische Flagge verkörpert das Land, das uns genommen wurde“, sagt er. Seit 250 Jahren kämpfen indigene Völker um ihre Rechte. Nosie selbst führt einen aktuellen Kampf: Gegen eine geplante Kupfermine auf dem heiligen Berg Oak Flat, der für sein Volk spirituelle Bedeutung hat.
Ein Haus in den Bergen Arizonas
Wer Nosie besuchen möchte, fährt im San-Carlos-Reservat am Schild „Nosie’s Native Gift Shop“ rechts ab und folgt einem sandigen Weg nach oben. Dort, in den kargen Bergen Arizonas, steht sein braunes Haus mit weißem Dach und weißen Fensterrahmen. Am Küchentisch sitzend, blickt er auf Fotos seiner Kinder und Enkelkinder an der Wand. Auf der Küchenzeile stehen noch Rosen vom Vatertag. Im Wohnzimmer läuft der Fernseher, und ständig klingelt sein Handy.
Der Kampf um Oak Flat
Oak Flat, auch bekannt als Chi’chil Bildagoteel, ist eine heilige Stätte der Apachen. Die US-Regierung hat das Gebiet für den Kupferabbau freigegeben. Das Unternehmen Resolution Copper plant dort eine der größten Kupferminen Nordamerikas. Nosie und die Gruppe Apache Stronghold klagen dagegen. „Dieser Berg ist unser Tempel“, erklärt er. „Eine Mine würde ihn für immer zerstören.“
250 Jahre Unabhängigkeit – aus indigener Sicht
Der 4. Juli 2026 markiert 250 Jahre Unabhängigkeitserklärung der USA. Für Nosie ist das kein Grund zum Feiern. „Die Geschichte der USA ist eine Geschichte der Vertreibung und des Bruchs von Verträgen“, sagt er. Seit der Kolonialzeit wurden indigene Völker enteignet und in Reservate gedrängt. Der Kampf um Oak Flat sei ein Symbol für diesen anhaltenden Konflikt.
Unterstützung und Widerstand
Die Klage der Apache Stronghold hat breite Unterstützung gefunden, auch von Umweltgruppen und anderen Stämmen. Ein Bundesgericht entschied zunächst zugunsten des Bergbaus, doch das Berufungsverfahren läuft. Nosie bleibt optimistisch: „Wir geben nicht auf. Unser Glaube und unsere Traditionen geben uns Kraft.“
Ein Leben im Dienst der Gemeinschaft
Nosie war von 1990 bis 1994 Vorsitzender des Stammesrats der San-Carlos-Apachen. Seitdem engagiert er sich für Landrechte und kulturellen Erhalt. Sein Haus ist Treffpunkt für Aktivisten und Besucher. „Ich möchte, dass die Welt versteht, was dieser Berg für uns bedeutet“, sagt er. „Es geht nicht nur um Kupfer, sondern um unsere Identität.“



