Peter Pekarik (39) ist eine Legende – sowohl in der Slowakei als auch bei Hertha BSC. Für sein Land bestritt „Peka“ als neuer Rekordhalter gerade sein Abschiedsspiel (138 Länderspiele). Bei den Profis von Hertha war vor zwei Jahren nach 231 Pflichtspielen Schluss, doch in der vergangenen Saison kehrte er zu Herthas U23 zurück. Nun stellt sich die Frage: Wie geht es in seiner großen Karriere weiter? Im Interview mit BILD spricht Peter Pekarik über seine Pläne.
Die Zukunft bei Hertha BSC
BILD: Herr Pekarik, spielen Sie ein weiteres Jahr für Hertha oder einen anderen Klub? Oder werden Sie nun Nachwuchstrainer bei Hertha?
Peter Pekarik: Es ist noch zu früh, um endgültig zu sagen, wie es genau weitergeht. Ich fühle mich weiterhin körperlich hervorragend und habe große Freude am Fußball. Momentan ist es für mich noch schwer, alles direkt nach diesem besonderen Spiel bei der Nationalmannschaft in Worte zu fassen, weil die Emotionen noch sehr stark sind. Hertha ist für mich weit mehr als nur ein Verein – Hertha ist meine zweite Familie. Ich habe hier so viele Jahre meines Lebens verbracht, bin als Spieler und Mensch gewachsen und habe unglaublich viele besondere Menschen kennengelernt, die mir sehr viel bedeuten. Ich bin sehr dankbar für all die gemeinsamen Jahre, für das Vertrauen und die Unterstützung, die ich immer gespürt habe. Das verbindet mich sehr stark mit diesem Klub. In den nächsten Tagen werde ich mich mit dem Verein zusammensetzen und wir werden gemeinsam besprechen, wie es weitergeht und in welcher Position ich bei Hertha in Zukunft weiterarbeiten kann. Hertha ist und bleibt ein großer und sehr besonderer Teil meines Lebens.
Stolz auf den Rekord
BILD: Wie stolz sind Sie auf diesen Rekord?
Peter Pekarik: Sehr stolz. Wenn mir jemand als kleiner Junge gesagt hätte, dass ich einmal so viele Länderspiele für die Slowakei absolvieren würde, hätte ich es wahrscheinlich selbst nicht geglaubt. Für mich ist dieser Rekord aber vor allem ein Zeichen für Beständigkeit, harte Arbeit und die Menschen, die mich auf diesem Weg begleitet haben. Niemand erreicht so etwas allein. Ich denke dabei an meine Familie, besonders an meine Frau Lujza, die mich während meiner gesamten Karriere unterstützt hat, an meine Mitspieler, Trainer und natürlich an die Fans, die mich über all die Jahre begleitet haben. Deshalb empfinde ich vor allem große Dankbarkeit. Wenn ich heute auf diese 20 Jahre zurückblicke, bin ich vor allem stolz darauf, dass ich mein Land über so viele Jahre vertreten durfte und immer versucht habe, alles für die Slowakei zu geben.
Emotionaler Abschied mit der Nationalhymne
BILD: Und wie stolz sind Sie auf Ihre Frau, die für Sie im Stadion die Nationalhymne gesungen hat?
Peter Pekarik: Ich bin sehr stolz auf Lujza. Sie ist für mich die größte Unterstützung während meiner gesamten Karriere. Dass sie bei meinem letzten Länderspiel die Nationalhymne gesungen hat, war für mich ein unglaublich emotionaler Moment. Die Hymne hat für mich immer eine große Bedeutung gehabt, aber sie in diesem Augenblick von meiner Frau gesungen zu hören, hat alles noch einmal viel intensiver gemacht. Das werde ich sicher nie vergessen. Es war ein sehr persönlicher und besonderer Abschluss meiner Zeit in der Nationalmannschaft – einer der stärksten Momente meiner gesamten Fußball-Karriere.
Verpasste WM-Teilnahme
BILD: Wie traurig sind Sie, dass Sie die WM in den Play-offs knapp verpasst haben und als Zuschauer verfolgen müssen?
Peter Pekarik: Natürlich ist es sehr bitter, dass wir die WM so knapp verpasst haben. Wenn man so lange für die Nationalmannschaft spielt, ist es immer das große Ziel, bei einem solchen Turnier dabei zu sein. Trotzdem gehören solche Momente im Fußball leider auch dazu. Ich hatte das große Glück, an vier großen Turnieren (einmal WM, dreimal EM) teilzunehmen. Erlebnisse, die ich mein ganzes Leben lang in mir tragen werde. Für einen Spieler ist ein großes Turnier der größte Fußballmoment überhaupt. Ich werde die WM sicher verfolgen, von zu Hause aus oder unterwegs mit der Familie.



