Der algerische Fußballverband hat sich mit sofortiger Wirkung von Nationaltrainer Vladimir Petkovic getrennt. Das gab der Verband am Donnerstagabend bekannt. Der 61-Jährige war erst im Februar 2024 als Nachfolger von Djamel Belmadi verpflichtet worden.
Enttäuschendes WM-Aus
Die Trennung ist die direkte Konsequenz des enttäuschenden Abschneidens bei der Afrikameisterschaft. Algerien war als Titelmitfavorit angereist, schied aber bereits in der Gruppenphase aus. Nach einem Sieg, einem Unentschieden und einer Niederlage war Schluss. Die Mannschaft um Starspieler Riyad Mahrez konnte die hohen Erwartungen nicht erfüllen.
Besonders bitter: Das entscheidende Gruppenspiel gegen Mauretanien ging mit 0:1 verloren. Damit verpasste Algerien erstmals seit 2014 wieder die K.o.-Runde bei einer Afrikameisterschaft. Die Leistungen in der Gruppenphase waren geprägt von fehlender Durchschlagskraft im Angriff und einer anfälligen Defensive.
Petkovic zeigt Verständnis
Petkovic zeigte Verständnis für die Entscheidung des Verbandes. „Ich akzeptiere die Entscheidung des Verbandes. Es ist normal, dass nach so einem Turnier Konsequenzen gezogen werden“, sagte er in einer ersten Stellungnahme. Er bedankte sich bei den Spielern und dem Staff für die Zusammenarbeit.
Der Schweizer mit bosnischen Wurzeln hatte zuvor die Schweizer Nationalmannschaft über mehrere Jahre erfolgreich trainiert. Mit der Schweiz erreichte er bei der EM 2021 das Viertelfinale und qualifizierte sich für die WM 2018 in Russland. Nach der enttäuschenden WM 2022 war er zurückgetreten.
Suche nach Nachfolger läuft
Der algerische Verband kündigte an, die Suche nach einem Nachfolger umgehend einzuleiten. Als mögliche Kandidaten gelten unter anderem der ehemalige tunesische Trainer Nabil Maâloul und der Franzose Hervé Renard, der bereits zweimal Afrika-Meister wurde. Eine offizielle Liste gibt es aber noch nicht.
Algerien steht nun vor einem Neuaufbau. Die Mannschaft hat talentierte Spieler, aber die Ergebnisse der letzten Jahre waren schwankend. Bei der WM 2026 will Algerien wieder dabei sein. Die Qualifikation startet im Juni. Bis dahin soll ein neuer Trainer gefunden sein, der die Mannschaft auf Kurs bringt.



