Pirlo aus Trainerrennen: Russland-Kontakte verhindern Job als Italien-Coach
Pirlo nicht mehr Kandidat für Italien-Trainerposten

Die Suche des italienischen Fußballverbandes FIGC nach einem neuen Nationaltrainer steckt im Chaos. Nachdem Wunschkandidat Pep Guardiola abgesagt hatte, ist nun auch Andrea Pirlo aus dem Rennen. Der frühere Weltmeister von 2006 erklärte öffentlich, dass er nicht mehr als Kandidat zur Verfügung stehe. Auslöser sind seine vielfältigen Kontakte nach Russland, die in Italien heftige Kritik ausgelöst haben.

Pirlos Russland-Verbindungen: Wettanbieter und Club mit Oligarchen

Der 116-malige Nationalspieler ist derzeit Trainer des United FC Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der Club gehört dem russischen Milliardär Sergey Lomakin. Zudem fungiert Pirlo als globaler Markenbotschafter für den russischen Wettanbieter Fonbet. Erst vor wenigen Wochen war er zu einer Autogrammstunde nach Moskau gereist, was angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine für Empörung sorgte. "Ihr eine politische Bedeutung zuzuschreiben, bedeutet, mir Überzeugungen zuzuschreiben, die ich nie geäußert habe und nicht habe", schrieb Pirlo in einer Instagram-Story. Er verfolge die Debatte "mit großer Bitterkeit".

FIGC-Präsident prüft Verträge, Politik schaltet sich ein

Verbandspräsident Giovanni Malagò kündigte an, die Verträge Pirlos genau zu prüfen. Pirlo selbst berichtete, er habe erfahren, "dass ich nicht mehr als Kandidat für den Trainerposten im Gespräch bin", ließ aber offen, von wem. Russlands Botschafter in Italien, Alexej Paramonow, sicherte Pirlo seine "volle Solidarität" zu. Der Fall beschäftigt inzwischen auch die italienische Politik.

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Auswirkungen auf den Verband: Maldini droht mit Rückzug

Paolo Maldini, der erst kürzlich das Amt des Technischen Direktors der Nationalmannschaft übernommen hatte, hatte sich stark für seinen ehemaligen Teamkollegen Pirlo eingesetzt. Laut Medienberichten kündigte Maldini an, ohne Pirlo nicht mehr für den strukturellen Neuaufbau zur Verfügung zu stehen. Als mögliche Kandidaten für den Trainerposten gelten nun Roberto Mancini und Antonio Conte. Die FIGC steht damit vor einem Scherbenhaufen: Der viermalige Weltmeister Italien hatte im Frühjahr zum dritten Mal nacheinander die WM verpasst, weshalb der bisherige Trainer Gennaro Gattuso entlassen werden musste.

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