Pixies in Berlin: 90 Minuten Geburtstagssause in der Zitadelle Spandau
Pixies in Berlin: Geburtstagssause in der Zitadelle Spandau

Die Pixies haben am 1. Juli 2026 in der Zitadelle Spandau in Berlin ein Konzert gegeben, das ganz im Zeichen ihres 40-jährigen Bandjubiläums stand. Die Tour trägt den Namen „P40“ und verweist auf das Gründungsjahr 1986. Die Band aus Boston präsentierte eine Mischung aus Klassikern und neueren Stücken, wobei die Setlist auf 90 Minuten und knapp 30 Songs komprimiert war.

Ein Abend mit grandios gealterten Hits

Das Konzert war geprägt von einer energiegeladenen Performance, bei der Sänger Black Francis trotz seines fortgeschrittenen Alters von 61 Jahren seine stimmliche Bandbreite voll ausspielte. Mal schnurrte er sanft, mal schrie er wild – ein Markenzeichen der Band, das bereits in den späten 1980er-Jahren für Aufsehen sorgte. Die Songs aus jener Zeit, wie „Where Is My Mind?“, „Debaser“ und „Monkey Gone To Heaven“, sind nach Ansicht von Kritikern grandios gealtert und bildeten das Herzstück des Abends.

Die Band, die in ihrer aktuellen Besetzung mit Bassistin Emma Richardson auftritt, zeigte sich in Spiellaune. Richardsons Bassspiel setzte den Schlusspunkt mit dem Stück „Into the White“. Sie ist bereits die dritte Bassistin der Pixies nach Gründungsmitglied Kim Deal und Paz Lechantin. Deal hatte die Band 2013 verlassen, Lechantin übernahm zehn Jahre lang, bevor Richardson 2023 einstieg.

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Weniger Anekdoten, mehr Musik

Im Vergleich zu ihrem letzten Berlin-Auftritt im Herbst 2019 in der Columbiahalle, der noch 120 Minuten dauerte, fiel die Show diesmal kürzer aus. Black Francis sprach kaum mit dem Publikum, abgesehen von einer knappen Begrüßung. Dadurch schaffte die Band es, in der reduzierten Spielzeit dennoch eine beeindruckende Anzahl an Songs unterzubringen. Neben den Klassikern gab es auch eine Coverversion von Neil Youngs „Winterlong“ und drei Stücke aus dem jüngsten Studioalbum „The Night The Zombies Came“.

Die Setlist umfasste unter anderem „Cactus“, „Debaser“, „Isla de Encanta“ und „Here Comes Your Man“. Der Sound war nachdrücklich laut und mit maximaler Trennschärfe zwischen den Instrumenten abgemischt – ein Genuss für Fans des Alternative Rock. Das Konzert endete pünktlich um 22 Uhr, wobei das markante Pixies-Logo mit Engelsflügeln noch lange über dem Spandauer Konzert-Areal leuchtete, begleitet von einem fetten Vollmond.

Eine Legende feiert Geburtstag

Die Pixies gelten als Wegbereiter des Grunge und Alternative Rock. Ihr Prinzip, süße Pop- und Folk-Melodien mit verzerrtem Krach zu kombinieren, beeinflusste Bands wie Nirvana und Pearl Jam. In ihrer Heimat USA fanden sie zunächst wenig Beachtung, ihre einflussreichsten Alben erschienen beim britischen Independent-Label 4AD. Das Konzert in der Zitadelle Spandau zeigte, dass die Band auch nach 40 Jahren nichts von ihrer Faszination verloren hat.

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