Tour de France: Pogacar souverän, Lipowitz verliert Zeit
Pogacar souverän, Lipowitz verliert Zeit bei Tour

Der viermalige Tour-de-France-Sieger Tadej Pogacar hat seine Dominanz bei der 113. Frankreich-Rundfahrt eindrucksvoll untermauert. Der Slowene gewann die 14. Etappe über 155,3 Kilometer von Mülhausen nach Le Markstein in den Vogesen als Solist und baute seine Gesamtführung auf 4:30 Minuten aus. Für Pogacar war es der vierte Tageserfolg bei dieser Tour und der 25. seiner Karriere.

Lipowitz erlebt Rückschlag im Kampf ums Podium

Der deutsche Hoffnungsträger Florian Lipowitz erlitt dagegen einen Rückschlag. Der 25-Jährige vom Team Red Bull-Bora-hansgrohe wagte im Schlussanstieg eine Attacke, die jedoch verpuffte, und verlor im Ziel wertvolle Zeit auf seine direkten Konkurrenten um den dritten Platz. Lipowitz kam als Siebter ins Ziel, während der Mexikaner Isaac Del Toro (UAE Emirates-XRG) den Doppelsieg perfekt machte und der Franzose Paul Seixas (Decathlon CMA CGM) Dritter wurde.

„Es war eine superharte Etappe von Anfang an“, sagte Lipowitz am ARD-Mikrofon. „Es war unglaublich, wie viele Fans an der Strecke waren, ich habe überall meinen Namen gehört. Am Ende haben aber die Beine nicht ganz gereicht. Ich schaue jetzt von Tag zu Tag, wie es geht. Ich hoffe, ich kann mich noch erholen bis morgen.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Pogacar zeigt erneut seine Klasse

Bereits 2023 hatte Pogacar in Le Markstein triumphiert, damals noch im Gelben Trikot des Dänen Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike), der nun Zweiter der Gesamtwertung ist. Lipowitz belegt als Sechster mit 5:44 Minuten Rückstand auf Pogacar den sechsten Platz. Teamkollege Remco Evenepoel als Dritter liegt 40 Sekunden vor dem Deutschen.

Die Etappe war geprägt von wechselhaftem Wetter mit starken Regenfällen, die die technischen Abfahrten riskant machten. Stürze blieben jedoch aus. Eine frühe Fluchtgruppe setzte sich am Fuße des ersten Anstiegs, dem 21,5 Kilometer langen Grand Ballon, ab, darunter überraschend der Brite Thomas Pidcock, der am Freitag auf den vierten Gesamtrang vorgerückt war. Pogacar schickte seinen deutschen Helfer Nils Politt in die Verfolgung, und Pidcock wurde 60 Kilometer vor dem Ziel gestellt und später abgehängt.

Entscheidung am Col du Haag

Die Entscheidung fiel am Col du Haag, einem ehemaligen Forstweg, der sich über 11,2 Kilometer bergauf schlängelt und steile Rampen aufweist. Tokio-Olympiasieger Richard Carapaz kämpfte als letzter Ausreißer vergeblich um den Etappensieg. Lipowitz hielt zunächst eine vordere Position, doch fünf Kilometer vor dem Gipfel verpuffte seine Attacke. Co-Kapitän Evenepoel ließ kurz darauf abreißen, schaffte aber wieder den Anschluss.

Pogacar zeigte dann seine Klasse: 1,5 Kilometer vor dem Ende des Anstiegs attackierte er und fuhr den Rivalen davon. Auch Lipowitz bekam die Grenzen aufgezeigt, als Del Toro und Seixas ihm wertvolle Sekunden abnahmen.

Ausblick auf die 15. Etappe

Die 15. Etappe am Sonntag führt südwärts in die französischen Alpen. Auf 183,9 Kilometern zwischen Champagnole und dem Plateau de Solaison warten fast 4000 Höhenmeter. Der Schlussanstieg ist 11,3 Kilometer lang und weist eine Durchschnittssteigung von neun Prozent auf. Für Lipowitz und die Konkurrenz heißt es erneut: klettern, klettern, klettern.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration