Pokal-Derby: Terrence Boyd im Fokus der Emotionen
Pokal-Derby: Boyd im Fokus der Emotionen

Es ist das spektakulärste Spiel der ersten DFB-Pokal-Runde: Der 1. FC Kaiserslautern trifft auf den Erzfeind Waldhof Mannheim. Die Rivalität zwischen den beiden Vereinen ist eine der heftigsten im ganzen Land, und es wird mit einer hochbrisanten Atmosphäre gerechnet.

Aytekin erinnert sich an brisante Partie

Wie intensiv die Fehde ist, brachte Ex-Schiedsrichter Deniz Aytekin (47) auf den Punkt. Der ehemalige Referee pfiff das Duell im Februar 2022. Nachdem er als „Losfee“ die Kracher-Partie gezogen hatte, erinnert er sich: „Da waren gefühlt mehr Polizisten als Zuschauer.“ Die Auseinandersetzungen der Fan-Lager kennen kaum Grenzen. Trauriger Höhepunkt: Als Mannheim-Chaoten 2019 ein Schwein misshandelten und mit Lautern-Hassbotschaften besprühten.

Hengen: Vorfreude trotz sportlicher Hürde

Trotz der Brisanz ist die Vorfreude bei den Verantwortlichen riesig. FCK-Geschäftsführer Thomas Hengen (51) ordnet das Duell ein: „Das Los ist natürlich der Wahnsinn: Gleich so ein Derby zum Anfang der Saison. Sportlich ist es ein schweres Los, auswärts bei einem ambitionierten Drittligisten ist es nie einfach.“ Hengen mahnt: „Wichtig ist auch, dass es – bei aller Rivalität – auf den Rängen friedlich bleibt. Aber insgesamt überwiegt auf jeden Fall die Vorfreude. Auch wenn es sportlich anspruchsvoll ist, ist ein Derby immer etwas Schönes, das ist das Salz in der Suppe.“

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Boyd im Fokus: Emotionale Zerreißprobe

Ein Mann steht besonders im Mittelpunkt: Terrence Boyd (35). Für den Stürmer wird die Partie zur emotionalen Zerreißprobe. Er ist Lautern eng verbunden, ließ sich 2022 nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga sogar den Schriftzug „lautre“ auf den Unterarm tätowieren.

Boyd wollte Lautern eigentlich gar nicht verlassen. Doch 2024 folgte der Schock für die Pfalz: Boyd (67 Spiele/25 Tore) wechselte ausgerechnet zum Erzrivalen nach Mannheim. Der Grund: Unter dem damaligen Trainer Dimitrios Grammozis (47) hatte er keine Perspektive mehr, wollte aber in der Region bleiben. Bei „Transfermarkt.de“ gab er anschließend zu, dass er wegen seines Berufs einfach nicht so lange von seiner Familie und seinen Kindern getrennt sein wolle. Das sei der einzige Wechsel-Grund gewesen. Boyd damals: „Warum sollte ich denn einfach so zum Erzrivalen wechseln?“

Gemischte Reaktionen der Fans

Dementsprechend gemischt fällt bis heute die Reaktion der Anhänger aus. Während viele Fans ihrem ehemaligen Idol den „Wechsel-Verrat“ nie verziehen haben, bringen andere Verständnis für seine familiäre Lage auf und trauern ihm nach. Sicher ist: Wenn Boyd Mitte August in Mannheim aufläuft, wird er den Spießrutenlauf zwischen alter Liebe und neuem Arbeitgeber hautnah spüren.

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