Die Fußball-Regionalliga Nordost beginnt die neue Saison mit einer Protestaktion. Am ersten Spieltag in dieser Woche planen die Vereine eine geschlossene Aktion, um auf die stockende Reform der Aufstiegsregelung aufmerksam zu machen. „Das heißt: In der ersten Spielminute wird der Ball in allen Partien ruhen, um entsprechend mit den Fanszenen gemeinsam ein Zeichen zu setzen, dass die Interessen der Vereine umzusetzen sind“, erklärte Tommy Haeder, Sprecher der Initiative Aufstiegsreform, bei einer Podiumsdiskussion der „Freien Presse“.
Reformstocken und Votum der Clubs
Das Vorhaben, den Modus so zu reformieren, dass alle Meister der Regionalligen automatisch aufsteigen, kommt derzeit nicht voran. Ende Juni hatten die fünf Regionalliga-Verbände ihre Mitglieder über verschiedene Reformoptionen abstimmen lassen. Knapp 51 Prozent der Clubs sprachen sich für eine Reduzierung von fünf auf vier Staffeln mit dem sogenannten Kompassmodell aus. Die Verbände betrachteten dieses Votum jedoch als nicht eindeutig genug.
Ursprünglich sollte eine Reform zur Saison 2028/29 umgesetzt werden, doch dieser Zeitplan ist nun wohl hinfällig. „Wenn wir merken, dass wir nicht ernst genommen werden, werden wir deutlich machen, dass wir Lösungen brauchen und wollen. Wir haben es lange mit dem Miteinanderreden versucht. Jetzt braucht es mehr Druck“, sagte Haeder dem MDR.
Kontroverse um Abstimmungsmodelle
Kurz vor dem Votum war den Verbänden vorgeworfen worden, die zur Abstimmung stehenden Modelle kurzfristig geändert zu haben. So sollte es im Kompassmodell statt 20er auf einmal nur noch 18er-Staffeln in den Regionalligen geben. Damit würden insgesamt acht Startplätze wegfallen. Trotz dieser Kritik fand das Kompassmodell, das eine jährlich neue Einteilung der Staffeln je nach geografischer Lage der Clubs in den Ligen Nord, West und Nordost vorsieht, mehrheitlich Unterstützung. Der Südwesten stimmte hingegen für ein festes Regionenmodell, während Bayern eine völlig andere Lösung bevorzugt.
Hoffnung auf DFB und weiterer Protest
Die Initiative des Nordostens will nicht aufgeben, auch wenn unklar ist, wann die Gespräche mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) wieder aufgenommen werden. „Wir hoffen auf den DFB, dass er mehr Führung übernimmt. Und die Regionalverbände so mitnimmt, damit es zur Lösung kommt. Ein Weiter so wird es mit uns nicht geben“, betonte Haeder.
Der Protest am ersten Spieltag soll den Druck auf die Verbände erhöhen. Die Clubs fordern eine zeitnahe und verbindliche Reform, die den automatischen Aufstieg aller Regionalliga-Meister sicherstellt.



