WM-Tordebüt: Die Tränen von Jiménez
Was für eine Geschichte. Vor sechs Jahren erlitt Raúl Jiménez einen Schädelbruch, schwebte nach einem Zweikampf in Lebensgefahr und musste notoperiert werden. Doch der mexikanische Stürmer kehrte auf den Fußballplatz zurück. Der WM-Auftakt 2026 rührte ihn zu Tränen.
Raúl Jiménez konnte die Gefühle auf dem Platz nicht mehr zurückhalten. Mit Tränen in den Augen feierte der Mexikaner seinen Treffer. Ein Tor als Krönung eines Comebacks, das fünf Jahre zuvor begann. Der 35-Jährige spielte in der Heimat, in Portugal, Spanien und vor allem in England. Er ist der Mittelstürmer auf dem Weg zum Rekordtorschützen seines Landes, wurde Olympiasieger 2012 und feierte weitere Erfolge.
Vor allem aber ist Raúl Jiménez ein Mensch, der um sein Leben kämpfte. Im November 2020 verletzte er sich bei einem Zweikampf mit David Luiz vom FC Arsenal schwer am Kopf. Der Stürmer, damals bei Wolverhampton Wanderers, erlitt einen Schädelbruch und Hirnverletzungen. Eine Notoperation rettete ihm das Leben. Im August 2021 feierte Jiménez sein Comeback, seitdem spielt er mit einem Stirnband, das seine Narbe schützt.
Es war seine vierte WM-Teilnahme, aber erst das erste Tor. 2022 war er wie 2014 und 2018 für Mexiko dabei, jedoch ohne Treffer. Im Eröffnungsspiel der WM 2026 gegen Südafrika am 11. Juni war es so weit. Mit einem Kopfball erzielte Jiménez das 2:0 und sicherte dem WM-Mitgastgeber die ersten drei Punkte.
Beim Jubel waren die Tränen nicht zu übersehen. „Raúl Jiménez’ Karriere stand 2020 kurz vor dem Aus – ebenso wie sein Leben“, schrieb „El País“. „Es sah aus, als würde seine Karriere nach drei WM-Teilnahmen ohne Torerfolg ausklingen, doch dieses Feuer trieb ihn an, weiterzukämpfen.“
Der perfekte Tag
Im Aztekenstadion, das schon viele ergreifende Fußball-Momente erlebte, schrie Jiménez seine Freude heraus. „Ich bin sehr glücklich und freue mich, diesen Traum leben und hier stehen zu dürfen“, sagte er nach der Partie vor über 80.000 Zuschauern. Sein Tor widmete er laut mexikanischen Medien seinem Vater, der im März im Alter von 62 Jahren gestorben war.
Mexikos Trainer Javier Aguirre berichtete: „Ich habe ein Interview gelesen, in dem er sagte, diese solle seine WM werden. Es war ein perfekter Tag für ihn.“



