Torwart Jan Reichert (25) vom 1. FC Nürnberg will die Einführung des neuen Adidas-Spielballs Torfabrik nutzen, um das Fernschuss-Verhalten seiner Mannschaft zu verbessern. Der DFL-Vertrag mit dem bisherigen Ball-Lieferanten Derbystar ist im Sommer ausgelaufen, sodass ab der kommenden Saison in Bundesliga und 2. Liga mit dem Adidas-Modell gespielt wird. Bei der Weltmeisterschaft zeigte sich bereits ein klarer Trend: Viele Tore fielen aus der Distanz mit dem Adidas-Ball Trionda.
Reichert: Adidas-Ball ist härter und schneller
Reichert erklärte gegenüber BILD den entscheidenden Unterschied: „Der Derbystar-Ball fühlt sich gedämpfter an. Der Adidas-Ball ist an der Oberfläche einfach härter und hat dadurch ein ganz anderes Flugverhalten. Man kann ihn viel stärker schießen, er bekommt viel mehr Speed. Je nachdem, wie der Treffpunkt ist, flattert er auch ein bisschen.“ Diese Eigenschaften machen es für Torhüter schwieriger, Weitschüsse zu parieren.
Der 25-Jährige sieht darin eine Chance für sein Team und fordert seine Mitspieler auf, häufiger aus der Distanz abzuziehen: „Wir haben den Jungs gesagt: Wenn ihr schießen könnt, dann haltet drauf. Denn schwerer ist es jetzt auf jeden Fall nicht geworden, ein Weitschusstor zu erzielen.“
FCN will in der Fernschuss-Statistik aufholen
In der vergangenen Saison belegte der 1. FC Nürnberg mit fünf Treffern aus der Distanz lediglich Mittelmaß in der 2. Liga. Zum Vergleich: Der Karlsruher SC und der 1. FC Magdeburg erzielten jeweils zehn Weitschusstore und führten die Statistik an. Reichert möchte, dass sich der Club in diesem Ranking deutlich verbessert und nach oben schießt.
Die Umstellung auf den neuen Ball betrifft alle Teams, doch Reichert sieht für seinen Club einen Vorteil: „Wir haben uns intensiv mit dem neuen Ball beschäftigt und wissen, wie er sich verhält. Das können wir nutzen.“ Der Keeper ist überzeugt, dass die zusätzliche Härte und das unberechenbare Flugverhalten des Balls den Stürmern des FCN entgegenkommen.
Trainingsalltag mit dem neuen Spielgerät
Der 1. FC Nürnberg hat bereits im Training auf den Adidas-Ball umgestellt. Die Spieler gewöhnen sich an die neuen Flugeigenschaften und testen vermehrt Abschlüsse aus der zweiten Reihe. Reichert selbst trainiert intensiv, um sich auf die unangenehmen Flugbahnen einzustellen. „Man muss sich als Torwart anders positionieren und darf nicht zu früh reagieren“, erklärt er.
Die DFL hatte den Wechsel zu Adidas offiziell bestätigt. Der neue Ball trägt den Namen Torfabrik und wird in allen Spielklassen des Profifußballs eingesetzt. Die Vereine wurden frühzeitig informiert und konnten sich in der Vorbereitung auf die neuen Gegebenheiten einstellen.
Ausblick auf die Saison
Reichert hofft, dass die zusätzlichen Distanzschüsse dem FCN in der Tabelle helfen. „Wenn wir mehr Tore aus der Distanz erzielen, werden wir erfolgreicher sein“, sagt er zuversichtlich. Die Fans dürfen sich also auf mehr spektakuläre Treffer freuen – nicht nur in Nürnberg, sondern in der gesamten Liga.



