Wenn die Nationalmannschaften von Belgien und Senegal beim WM-Sechzehntelfinale in Seattle ihre eigentlich vorgesehenen Trikots tragen würden, sähen Millionen Fans Rot gegen Grün. Doch das wird nicht so sein. Stattdessen werden die „Roten Teufel“ am Mittwoch (22.00 Uhr/ARD und MagentaTV) im Lumen Field als eigentliches Heimteam erstmals bei diesem Turnier das türkisfarbene Auswärtstrikot samt weißen Hosen tragen. Der Senegal spielt ganz in Grün. Obwohl Türkis und Grün vom eigentlichen Farbton grundsätzlich schwieriger zu unterscheiden sind als Rot und Grün, hat sich der Weltverband FIFA für diese Kleiderordnung entschieden.
Warum die FIFA auf die Farbwahl achtet
Die großen Verbände FIFA und UEFA setzen sich für Inklusion ein. Das betrifft auch das Fußball-Erlebnis, das im Stadion und am TV möglichst vielen Menschen barrierefrei zugänglich gemacht werden soll. Die sogenannte Rot-Grün-Schwäche gilt als häufigste Form der Farbsehstörung. Aufgrund der Genetik sind Männer deutlich häufiger betroffen als Frauen. Alleine in Deutschland sind nach Angaben der Krankenkassen rund vier Millionen Menschen von der Farbsehstörung betroffen.
Inklusion im Fußball: Rücksicht auf Farbsehstörungen
Für das inklusive Fußball-Erlebnis für Betroffene gilt, dass die Verbände nicht Teams in roten gegen Teams in grünen Trikots gegeneinander spielen lassen. Der grüne Rasen würde es von der Sehschwäche betroffenen Personen zusätzlich schwierig machen. Schon beim WM-Gruppenspiel zwischen Norwegen und Senegal rückte die FIFA bei der Ansetzung von der üblichen Kleiderordnung ab. So trug Norwegen als Heimteam nicht wie gewohnt Rot, sondern Schwarz. Der Senegal lief nicht in grünen Jerseys auf, sondern in weißen.



