Der FC Bayern München hat am Mittwochabend die Verpflichtung von Ismael Saibari offiziell bekannt gegeben. Der 25-jährige Angreifer wechselt für rund 50 Millionen Euro von der PSV Eindhoven zum deutschen Rekordmeister. In der Pressemitteilung fiel sofort auf: Saibari wird künftig die Rückennummer 34 tragen – eine Nummer, die bei den Bayern bislang kein Topstar innehatte. Zuletzt gehörte sie Linksverteidiger-Talent Deniz Ofli (19), davor unter anderem Marco Friedl (28, jetzt Werder Bremen) von 2016 bis 2018, Sandro Wagner (38) von 2007 bis 2008 und Piotr Trochowski (42) von 2002 bis 2005. Der bekannteste Träger der 34 bei Bayern war Pierre-Emile Højbjerg (30), der sie von 2012 bis 2016 trug.
Bewegende Geste für einen Freund
Saibari hat sich die Nummer 34 bewusst ausgesucht, obwohl nach den Abgängen von Leon Goretzka (Vertrag nicht verlängert) und Nicolas Jackson (Rückkehr zu Chelsea nach Leihe) auch die beliebteren Nummern 8 und 11 frei gewesen wären. Letztere trägt Saibari bei Länderspielen für Marokko. Auf den Social-Media-Kanälen des FC Bayern erklärte Saibari: „Ich trage die Nummer wegen eines Freundes, Abdelhak Nouri. Er ist vor acht Jahren bei einem Spiel mit Ajax Amsterdam auf dem Platz zusammengebrochen. Seitdem kann er sich nicht mehr selbstständig bewegen. Um ihn zu unterstützen, trage ich die 34, weil er diese zuletzt getragen hat.“
Abdelhak Nouri, ein in Amsterdam geborener Sohn marokkanischer Eltern, erlitt im Sommer 2017 während eines Testspiels seines damaligen Vereins Ajax Amsterdam gegen Werder Bremen in Österreich einen Herzstillstand. Er wurde auf dem Feld reanimiert, das Spiel abgebrochen. Ajax gab später bekannt, dass Nouri in ein künstliches Koma versetzt wurde. Wenige Tage später stellte sich heraus, dass der talentierte Mittelfeldspieler schwere, bleibende Hirnschäden davongetragen hatte. Obwohl seine Familie immer wieder von Fortschritten berichtet, ist Nouri weiterhin auf intensive Pflege angewiesen.
Ein Zeichen der Solidarität und Freundschaft
Saibari ist es ein Anliegen, seinen Kumpel nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Bereits seit der Saison 2023/24 trug er bei Eindhoven die 34, die Nouri zuletzt bei Ajax hatte. Dieses Zeichen der Solidarität und Freundschaft wird der WM-Star nun auch beim FC Bayern auf seinem Rücken tragen. Saibari, der aktuell mit Marokko bei der Weltmeisterschaft glänzt (drei Tore in vier Einsätzen), möchte mit dieser Geste auf das Schicksal seines Freundes aufmerksam machen und ihm Kraft spenden.
Die Wahl der Nummer 34 ist somit nicht nur eine persönliche Entscheidung, sondern ein starkes Statement. Sie zeigt, dass Saibari nicht nur auf dem Platz, sondern auch abseits davon Verantwortung übernimmt. Der FC Bayern unterstützt diese Geste und würdigt die Loyalität und Menschlichkeit seines Neuzugangs. Mit der Verpflichtung von Saibari und seiner bewegenden Geschichte hat der Rekordmeister nicht nur einen flexiblen Angreifer gewonnen, sondern auch einen Spieler mit Herz und Charakter.



