Schweinsteiger: DFB-Elf ist Mittelmaß, keine Hoffnung für EM 2028
Schweinsteiger: DFB-Elf ist Mittelmaß, keine Hoffnung

Nach dem blamablen WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale gegen Paraguay (4:5 n.E.) hat TV-Experte Bastian Schweinsteiger eine düstere Prognose für die Zukunft der DFB-Elf abgegeben. In der ARD-Vorberichterstattung zum Spiel England gegen die Demokratische Republik Kongo wurde der 41-Jährige deutlich: „Aktuell habe ich keine große Hoffnung, wir sind Mittelmaß, das ist die nackte Wahrheit.“

Schweinsteiger: DFB hat seine DNA verloren

Schweinsteiger, der 2014 mit Deutschland Weltmeister wurde, kritisierte die Entwicklung des deutschen Fußballs scharf. „Meine Ex-Kollegen sagen zu mir, wir hätten unsere DNA verloren. Wir haben den Fehler gemacht vor Jahren, dass wir nur noch fußballerische Lösungen gesucht haben. Unsere eigenen Stärken und Tugenden, für die wir im Ausland respektiert worden sind, haben wir aufgegeben oder vernachlässigt“, so Schweinsteiger. Er ergänzte: „Jetzt haben wir nicht mehr fußballerisch die Lösungen in den Spielen – und bei der Robustheit und Intensität können wir nicht mehr mithalten. Mexiko zum Beispiel hat das mehr als wir. Da haben wir in der Vergangenheit große Fehler gemacht und jetzt sind wir dreimal so früh ausgeschieden bei einer WM, das ist kein Zufall mehr.“

Zukunft von Julian Nagelsmann ungewiss

Nach dem frühen Aus steht Bundestrainer Julian Nagelsmann massiv in der Kritik. Die öffentlichen Rufe nach Jürgen Klopp (59) als Nachfolger werden lauter. Schweinsteiger äußerte sich zurückhaltend: „Na ja, dass Deutschland sich Jürgen Klopp als Bundestrainer vorstellen kann und er selbst natürlich auch – wenn du ein Jürgen Klopp bist, was gibt es da noch für eine Steigerung? Julian Nagelsmann ist unter Vertrag, das müssen wir auch respektieren. Der Präsident und seine Kollegen müssen sich schon die Frage stellen: Kann Julian Nagelsmann eine Aufbruchstimmung erzeugen und auch, lässt man den Geist Klopp da herumwirren?“

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In den kommenden Tagen wollen DFB-Präsident Bernd Neuendorf (64), Vize Hans-Joachim Watzke (67), Sportdirektor Rudi Völler (66) und Geschäftsführer Andreas Rettig (63) auf einem Gipfel über die Zukunft beraten. Schweinsteiger forderte eine gründliche Analyse: „Jetzt müssen wir erstmal wieder alles analysieren und aufbauen und das kostet Energie und Kraft. Das muss sich der DFB fragen, ob Julian Nagelsmann das kann, oder muss jemand Neues her.“

Schweinsteiger nimmt Spieler in die Pflicht

Auch die Spieler blieben nicht von Kritik verschont. „Ich muss auch die Spieler in die Pflicht nehmen, das war auch nicht toll, was sie geleistet haben“, sagte Schweinsteiger. Er räumte jedoch ein, dass Nagelsmann Fehler gemacht habe: „Er hat mit Sicherheit seine Fehler gemacht auch mit der Kommunikation. Da waren viele Baustellen, wo man sich hätte anders darstellen können. Ich habe mit Trainern gearbeitet, die sind ein bisschen gelassener mit Situationen umgegangen, das strahlt auch auf eine Mannschaft aus.“

Die Frage sei aber auch: „Wer kann uns garantieren, dass wir mit einem neuen Trainer erfolgreicher sind, was haben wir für Spielermaterial?“ Schweinsteiger sieht keine schnelle Besserung: „Aktuell habe ich keine große Hoffnung, wir sind Mittelmaß.“ Ob sich das bis zur Europameisterschaft 2028 im Vereinigten Königreich und Irland ändern könne, ließ er offen.

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