Serena Williams in Berlin: Comeback endet mit Achtelfinal-Aus im Doppel
Serena Williams in Berlin: Comeback endet im Doppel-Achtelfinale

Serena Williams in Berlin: Comeback endet mit Achtelfinal-Aus im Doppel

Berlin – Alle Augen waren auf sie gerichtet: Tennis-Superstar Serena Williams (44) gab bei den Vanda Pharmaceuticals Berlin Tennis Open ihr Comeback. Der Centre Court war mit rund 4700 Zuschauern fast voll besetzt, als die Amerikanerin um 17.39 Uhr ihr Auftaktmatch bestritt. An der Seite der Tschechin Karolina Muchova (29) trat sie im Doppel-Achtelfinale gegen Giuliana Olmos (33/Mexiko) und Erin Routliffe (31/Neuseeland) an. Die Fans feierten Williams, als sie von Moderatorin Andrea Petkovic (38) angekündigt wurde.

Die Sportwelt war in Aufruhr, seit Williams am 1. Juni auf Social Media ihr Comeback nach fast vier Jahren Pause bekanntgab. Vergangene Woche hatte sie im Londoner Queen’s Club ihr erstes Doppel-Match mit der Kanadierin Victoria Mboko (19) gespielt und gewonnen. Nun fragten sich die Zuschauer in Berlin: Wie gut ist Serena noch? Diesmal war es nur ein Gastspiel für ein Match. Nach 1:29 Stunden unterlagen Williams und Muchova mit 4:6 und 4:6.

Wechselhafte Leistung der Legende

Die Leistung der Legende war wechselhaft. Williams machte einen fitten Eindruck. Ihre Grundlinien-Schläge waren immer noch sehr kraftvoll, bei den Volleys am Netz war sie oft gnadenlos. Aber die Beinarbeit war nicht mehr so gut wie früher, Williams regelte viel über ihr Stellungsspiel. Daher konzentriert sie sich auch aufs Doppel, im Einzel müsste sie zu viele Meter zurücklegen. Die ersten Aufschläge kamen nicht immer konstant, so musste sie im siebten Spiel des ersten Satzes das entscheidende Break hinnehmen.

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Williams feuerte sich und ihre Partnerin an: „C‘mon!“ Sie zeigte nach erfolgreichen Punkten regelmäßig die Faust. Nach einer verschlagenen Vorhand machte sie aus Ärger einen kleinen Sprung. Dass das Comeback nicht ohne Frust ablaufen würde, war klar. Doch die Gründe für ihre Rückkehr formulierte Williams so: „Ich hatte nichts Besseres zu tun, ich war es leid, zu Hause herumzusitzen. Meine Kinder haben den Sommer über schulfrei. Also warum nicht?“ Sie ist Mutter von zwei Töchtern, Olympia (5) und Adira (2), vor deren Geburt Williams ihre Karriere zunächst beendet hatte. Die beiden waren im Berliner Stadion.

Weiter geht es in Wimbledon

Für das Duo Olmos/Routliffe geht es jetzt im Viertelfinale gegen Sara Errani (39/Italien) und Nicole Melichar-Martinez (32/USA). Williams wird abreisen und sich auf das nächste Turnier vorbereiten: Wimbledon. Aus Berlin nehmen sie und ihre Partnerin Muchova für die Achtelfinal-Teilnahme ein Preisgeld in Höhe von 5910 Euro mit.

Im Anschluss an Berlin steht die Rückkehr zum Grand-Slam-Turnier in Wimbledon auf dem Plan, das am 29. Juni in London startet. Dort erhielt sie zusammen mit ihrer älteren Schwester Venus (45, am Mittwoch 46) eine „Wild Card“ für das Doppel-Turnier. Zusammen gewannen sie als Duo 14 Grand-Slam-Turniere (sechs davon in Wimbledon) und dreimal Olympia-Gold. Es wird der erste gemeinsame Auftritt des Geschwisterpaares seit dem Erstrunden-Aus bei den US Open 2022 gegen die Tschechinnen Lucie Hradecka (41) und Linda Noskova (21). Um eine „Wild Card“ im Einzel hatte sich Serena Williams für Wimbledon nicht beworben.

Deutsche Erfolge und Stimmen zum Comeback

Aus deutscher Sicht war der Dienstag ein Erfolg: Die Hamburgerin Eva Lys (24) schlug im Erstrunden-Match die Polin Magdalena Frech in zwei Sätzen mit 7:6 und 6:3. Sie trifft im Achtelfinale auf die Ukrainerin Elina Svitolina (31). Lys freut sich über das Serena-Comeback: „Es ist unfassbar gut für den Sport. Sie ist so eine prägende Persönlichkeit und hat so ein Vermächtnis. Das bringt große Aufmerksamkeit für das Damen-Tennis, was immer großartig ist.“

Williams gewann in ihrer Laufbahn 23 Grand-Slam-Turniere im Einzel, zuletzt aber bei den Australian Open 2017 im Alter von 35 Jahren. Im Doppel liegt der bislang letzte große Triumph genau zehn Jahre zurück: 2016 in Wimbledon.

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