Skandal-Banner beim WM-Finale? Fans schmuggelten Malvinas-Bettuch ins Stadion
Skandal-Banner beim WM-Finale? Fans schmuggelten Bettuch

Die Szenen, die nach dem Halbfinale um die Welt gingen, entstanden nur durch Zufall – oder besser gesagt aus Angst vor einem Ordner. Der Wurf des Bettuchs mit der Aufschrift „Las Malvinas son argentinas“ („Die Falkland-Inseln sind argentinisch“) aufs Spielfeld war gar nicht geplant. Ein argentinischer Kollege hat die Geschichte erzählt, wie es zum Skandal kam, der aktuell die Fußballwelt in Atem hält.

Die Entstehung des Banners

Alles begann am Spieltag in einem Hotelzimmer etwas außerhalb von Atlanta. Eine Gruppe von Argentinien-Fans aus Buenos Aires (Stadtteil Villa Luro) hatte die Idee dazu. Sie wollten ein Plakat mit einer Aufschrift, die an die Falkland-Inseln erinnert, mit ins WM-Stadion nehmen. Ein Plakat in dieser Größe war jedoch schwer zu finden, deshalb entschieden sich die Fans für ein Bettuch. Farbe und Pinsel kauften sie im Baumarkt für weniger als 10 Dollar.

Das Bettuch musste dann ins Atlanta Stadium geschmuggelt werden, wo die Veranstalter strenge Kontrollen angekündigt hatten, insbesondere im Hinblick auf „Malvinas“-Statements. Der Kollege: „Das war für die Jungs kein Problem, sie kennen das aus den Stadien in Argentinien. Wenn sie etwas mit reinnehmen wollen, dann finden sie Mittel und Wege.“

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Der Wurf auf den Rasen

Kurz vor Spielende schlichen sich die Fans in den Block hinter dem Tor und entrollten ihr Bettuch. Ein Ordner wurde darauf aufmerksam und wollte das Laken wegnehmen. Als die Fans hörten, dass die Polizei gerufen werden sollte, fassten sie einen Beschluss: Sie wickelten das weiße Tuch um eine volle Getränkeflasche aus Plastik, damit es weiter fliegt – und warfen es auf den Rasen.

Giovani Lo Celso war der Erste, der darauf aufmerksam wurde. Er hob es auf, entrollte es. Und der Rest ist Geschichte. Doch für die Fans aus Villa Luro war die Geschichte noch nicht zu Ende. Sie wollten ihr Werk gerne wiederhaben. Allerdings hatte ein Betreuer es schon mit in die Umkleide genommen.

Das Banner im Teamhotel

Am Donnerstag meldete sich ein Kellner der argentinischen Nationalmannschaft aus dem Teamhotel und präsentierte stolz das Banner, schrieb dazu: „Es ist in guten Händen.“ Mein Kollege: „Die Fans wollten das Tuch natürlich zurückhaben, haben es aber vom Verband nicht bekommen, die wollten es erstmal behalten.“

Nach argentinischen Medienberichten könnte das Bettuch mit der Delegation nach New York gereist sein, wo am Sonntag (21 Uhr, ZDF und Magenta TV live, Liveticker bei BILD.de) das Endspiel gegen Spanien stattfindet. Vielleicht sehen wir es dort nach Abpfiff wieder.

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