US-Präsident Donald Trump hat China in einer Rede an die Nation am Donnerstagabend vorgeworfen, die Präsidentschaftswahl 2020 manipuliert und Wählerdaten gestohlen zu haben. Die Volksrepublik habe über mehrere Jahre hinweg, beginnend im Wahlzyklus 2020, den wohl „größten Diebstahl von Wahldaten in der Geschichte“ begangen, sagte Trump in Washington.
Vorwurf: 220 Millionen Wählerdaten gestohlen
Trump behauptete, China habe dadurch 220 Millionen US-Wählerdaten in seinen Besitz gebracht. „Dieser Datenverlust stellt einen beispiellosen Albtraum für die Wahlsicherheit dar“, so der Präsident. Geheimdiensterkenntnissen zufolge habe China eigens eine spezielle Einheit zur Datenauswertung abgestellt. Zudem habe China Journalisten dafür bezahlt, dass sie kritisch über ihn berichteten, sagte Trump.
Freigabe geheimer Dokumente angekündigt
Trump kündigte an, bislang als geheim eingestufte Dokumente zu veröffentlichen. Diese sollen belegen, dass die amerikanischen Systeme zur Stimmenauszählung anfällig für Eingriffe durch China und Russland seien. Auf seiner Plattform Truth Social veröffentlichte Trump später das Foto eines Dokuments aus dem Januar 2020. Darin legt das staatliche Beratungsgremium National Intelligence Council die Einschätzung dar, dass Staaten wie China, Russland, der Iran oder Nordkorea in der Lage sein könnten, die US-Wahlinfrastruktur zu manipulieren.
Zweifel an Trumps Darstellung
An der Darstellung Trumps gibt es jedoch erhebliche Zweifel. Kritiker weisen darauf hin, dass das veröffentlichte Dokument keine konkreten Beweise für einen tatsächlichen Diebstahl oder eine Manipulation durch China liefere. Es handle sich lediglich um eine allgemeine Risikoeinschätzung. Zudem fehlen Belege für die behauptete Bezahlung von Journalisten durch China. Die Vorwürfe Trumps werden von vielen als Versuch gewertet, die eigene Wahlniederlage von 2020 zu delegitimieren.



