WM 2026: Spanien feiert Weltmeistertitel, Argentinien in Trauer
Spanien feiert WM-Titel, Argentinien in Trauer

Spanien hat das WM-Finale 2026 gegen Argentinien mit 1:0 nach Verlängerung gewonnen und sich zum zweiten Mal nach 2010 zum Fußball-Weltmeister gekrönt. Das entscheidende Tor erzielte Ferran Torres in der 106. Minute vor 80.663 Zuschauern im MetLife Stadium in East Rutherford. Für Argentiniens Superstar Lionel Messi platzte der Traum von der Titelverteidigung mit 39 Jahren.

Spaniens Siegeszug und Argentiniens Schmerz

Die Iberer dominierten das Finale über die gesamte Spieldauer und sicherten sich zwei Jahre nach dem EM-Pokal auch die WM-Trophäe. Der 65-jährige Luis de la Fuente gewann als ältester Trainer der WM-Historie den Titel. Argentiniens Mittelfeldspieler Enzo Fernández sah in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit die Gelb-Rote Karte.

Argentiniens Trainer Lionel Scaloni brach die Pressekonferenz nach dem Spiel unter Tränen ab. „Es ist sehr schmerzhaft, es tut mir sehr leid“, sagte der 48-Jährige heftig weinend und verließ die Bühne. Zuvor hatte er gesagt: „Ich habe mir schon in der Kabine die Augen ausgeweint, deswegen weine ich jetzt nicht.“ Dennoch konnte er seine Tränen nicht zurückhalten und erhielt aufmunternden Applaus von argentinischen Journalisten.

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Milei ruft Feiertag aus – trotz Niederlage

Argentiniens Präsident Javier Milei rief trotz der Finalniederlage einen nationalen Feiertag aus. „WELTMEISTERSCHAFTSFEIER“, schrieb er auf X. Der genaue Termin solle in Absprache mit Spielern und Trainerstab festgelegt werden. Die Argentinier hatten nach dem WM-Triumph von Katar 2022 die Titelverteidigung verpasst.

In Buenos Aires kam es nach der Niederlage zu Zusammenstößen zwischen Fans und Polizei. Tausende Menschen versammelten sich am Obelisken. Kurz vor Mitternacht warfen mehrere Personen Flaschen und Steine auf Einsatzkräfte. Die Polizei setzte Wasserwerfer, Tränengas und Gummigeschosse ein. Dabei wurden Fans und Polizisten verletzt, etwa 15 Menschen festgenommen.

Spaniens Rückkehr und Feierlichkeiten

Die spanische Nationalmannschaft wird am frühen Nachmittag in Madrid erwartet. Die Maschine soll gegen 12:50 Uhr auf dem Flughafen Barajas landen. Anschließend empfängt König Felipe VI. um 16:30 Uhr die Mannschaft um Kapitän Rodri. Ministerpräsident Pedro Sánchez schrieb auf X: „WIR SIND WELTMEISTER!! Unsere Nationalmannschaft ist einfach großartig! Danke, Team.“

Im offenen Bus fahren die Spieler durch Madrid zum Cibeles-Platz, wo ab 18:00 Uhr Musik und eine große Show stattfinden. Der Bus mit „La furia roja“ wird gegen 21:00 Uhr erwartet, um gemeinsam mit Hunderttausenden Fans den zweiten WM-Titel zu feiern.

Auszeichnungen und Rekorde

Spaniens Kapitän Rodri erhielt den Goldenen Ball als Spieler des Turniers. Den Silbernen Ball bekam Lionel Messi, der Bronzene Ball ging an Kylian Mbappé. Bester Torhüter wurde Unai Simón, bester junger Spieler Pau Cubarsí. Mbappé sicherte sich den Goldenen Schuh mit zehn Toren, Messi kam auf acht Treffer.

Das ZDF verzeichnete beim Finale einen Rekordmarktanteil von 65,1 Prozent und durchschnittlich 17,362 Millionen Zuschauer. Ohne deutsche Beteiligung war dies das meistgesehene WM-Spiel. Die Übertragung aus East Rutherford lag deutlich über dem Finale 2022, das 13,86 Millionen Menschen sahen. Das Finale 2018 zwischen Frankreich und Kroatien hatte jedoch mit 21,45 Millionen Zuschauern eine höhere Reichweite.

Trump und Infantino ausgepfiffen

US-Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino wurden bei der Siegerehrung von großen Teilen des Publikums ausgepfiffen. Beide betraten den Rasen und überreichten gemeinsam den WM-Pokal an Spaniens Kapitän Rodri. Trump posierte am rechten Rand des Siegerfotos und verteilte die Medaillen.

Trump hatte zuvor angekündigt, die WM „sofort“ wieder in die USA holen zu wollen. Er sagte dem TV-Sender Fox, er werde Infantino darum bitten. Trump verfolgte das Endspiel als Ehrengast, es war sein erster Stadionbesuch bei diesem Turnier.

Telekom sichert sich WM-Rechte 2030

Die Deutsche Telekom erwarb die Medienrechte an der Fußball-WM 2030. Alle 104 Partien werden auf MagentaTV zu sehen sein. Das Turnier zum 100-jährigen Bestehen findet vom 8. Juni bis 21. Juli 2030 in sechs Ländern auf drei Kontinenten statt: Spanien, Portugal, Marokko, Uruguay, Paraguay und Argentinien.

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Infantino legte während der WM fast zweieinhalb Erdumrundungen zurück: 95.403 Kilometer, wie die AP recherchierte. Er besuchte 43 der 104 Spiele und nutzte vermutlich eine Gulfstream G650 von Qatar Airways.

Rekord-Preisgeld und Einnahmen

Der Weltmeister erhält 50 Millionen US-Dollar (43,71 Millionen Euro), der Verlierer 33 Millionen. Insgesamt schüttet die FIFA 871 Millionen US-Dollar an die 48 Verbände aus. Die FIFA rechnet mit Rekordeinnahmen von 15 Milliarden Dollar, ursprünglich waren 11 Milliarden geplant. Grund sind hohe Einnahmen aus Hospitality und Ticketverkauf.

Der DFB erhielt für das Ausscheiden im Sechzehntelfinale elf Millionen US-Dollar – deutlich weniger als für den WM-Sieg 2014 (35 Millionen Dollar).

Messi-Zukunft ungewiss

Auf einen möglichen Rücktritt Messis aus dem Nationalteam angesprochen, sagte Scaloni, er habe noch nicht mit dem Kapitän gesprochen. Auch zu seiner eigenen Zukunft hielt sich der Trainer bedeckt, obwohl es Berichte über eine Vertragsverlängerung bis 2030 gab.