Spanien feiert WM-Triumph: Party vor New York und in der Heimat
Spanien feiert WM-Triumph: Party vor New York und in der Heimat

16 Jahre nach dem ersten WM-Titel ist Spanien erneut ganz oben – und das hochverdient. Die Party beginnt vor den Toren New Yorks, die Spieler denken schnell an die Fortsetzung in der Heimat.

Feierlaune nach dem Finale

Mit dem WM-Pokal im Mannschaftsbus setzte sich die Party der Spanier vor den Toren New Yorks fort. Schon auf dem Rasen hatte Lamine Yamal mit Nico Williams und seinem drei Jahre alten Bruder Keyne getollt. In der Kabine gab es laute Musik, Champagner und eine etwas verkleinerte Kopie des goldenen Pokals für jeden Spieler. „Wir haben gefeiert, viele Fotos gemacht und viele Erinnerungen gesammelt. Wir haben kleine Trophäen bekommen, die wirklich cool waren. Wir haben einfach gefeiert – so, wie es ein Weltmeister macht“, berichtete Dani Olmo mit einer schweren Goldmedaille um den Hals.

Empire State Building in spanischen Farben

Stolz trugen die Spieler ihre Pokal-Exemplare in Koffern durch die Katakomben des Stadions. Stunden zuvor hatten sie das Original von US-Präsident Donald Trump überreicht bekommen. Spanien ist das erste Land, das beide Titel – Männer und Frauen – gleichzeitig hält. Das Empire State Building leuchtete zu Ehren der Iberer in Rot und Gelb.

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Ferran Torres erlöst Spanien

Trotz Überzahl und Überlegenheit musste der seit 38 Spielen ungeschlagene Europameister bis in die Verlängerung warten, ehe Ferran Torres in der 106. Minute das Tor zum 1:0 gegen Argentinien erzielte. „Ich denke, dass wir durch dieses Tor endlich erlöst wurden. Wir alle haben es versucht. Gegen Messi bist du immer nervös, aber wir haben immer an uns geglaubt“, sagte der Profi des FC Barcelona. Zeitgleich feierten Hunderttausende in Madrid, Barcelona und anderen Städten mitten in der Nacht.

Torres' Schuss war der 20. Versuch der Spanier – Argentinien hatte zu diesem Zeitpunkt keinen Schuss auf das Tor von Unai Simón abgegeben. „Ich bin sicher, dass wir erst dann wirklich begreifen werden, was wir heute geschafft haben, wenn wir nach Spanien zurückkehren“, sagte der Torwart von Athletic Bilbao.

Rekord von Unai Simón

Simón stellte im Turnierverlauf einen Rekord auf: 649 Minuten ohne Gegentor. Insgesamt kassierte Spanien in acht Spielen nur einen Treffer – beim 2:1 gegen Belgien im Viertelfinale. „Diese Spielweise, dieses Niveau und diese Konzentration über acht Spiele hinweg aufrechtzuerhalten – das hat uns den Titel gebracht“, sagte Simón.

Zweite goldene Generation

2010 in Südafrika war Spanien mit nur zwei Gegentoren Weltmeister geworden. Die Mannschaft um Andrés Iniesta, Sergio Ramos und Iker Casillas ist nun nicht mehr die einzige goldene Generation. „Ein Spiel, das die Geschichte eines Landes und einer Generation für immer verändern wird. Spanien muss das Jahr 2010 nun nicht mehr als einmalige Erinnerung betrachten“, jubelte „Mundo Deportivo“.

Wie die Legenden damals ließ auch die neue Generation um Rodri – der zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde – auf den EM-Titel den WM-Sieg folgen. „Wir mussten 16 Jahre auf diesen Moment warten. Ich hoffe, dass wir diesmal nur vier Jahre auf den nächsten Stern warten müssen“, sagte Simón. Er wurde als bester Torwart ausgezeichnet, Verteidiger Pau Cubarsi als bester Nachwuchsspieler – nicht der 19-jährige Yamal.

Yamal im Dienst der Mannschaft

Der größte Star im spanischen Team spielte eine unauffällige WM und erzielte nur ein Tor. Trainer Luis de la Fuente lobte ihn dennoch: „Ich bin ihm ernsthaft dankbar, er hat sich für das Kollektiv geopfert. Das ist sehr wichtig in unserem Team. Er hat eine großartige WM gespielt.“ De la Fuente ist mit 65 Jahren der älteste Weltmeister-Trainer der Geschichte.

Cucurella plant Trainer-Tattoo

Marc Cucurella, der vom FC Chelsea zu Real Madrid wechselt, will sich ein Tattoo mit dem Gesicht von Trainer de la Fuente stechen lassen. „Wir haben einen langen Heimflug, vielleicht gibt es ein paar Vorschläge. Ich werde darüber nachdenken und es dann hinter mich bringen“, sagte der Verteidiger. Schon vor einem Jahr war er im NFL-Stadion der New York Giants und Jets Club-Weltmeister geworden. Erneut war US-Präsident Trump bei den Siegerfotos dabei, bevor Infantino ihn von der Bühne begleitete.

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„Wir freuen uns wirklich sehr, nach Spanien zu kommen. Viele Leute konnten hier nicht dabei sein und wir wollen mit allen feiern“, sagte Cucurella. „Ich denke, wir haben uns eine gute Feier verdient.“