2:2 gegen A Coruña: St. Pauli überzeugt beim XXL-Test
St. Pauli besteht XXL-Test: 2:2 gegen A Coruña

Neu-Trainer Marcel Rapp (47) ließ beim Test des FC St. Pauli gegen den spanischen Erstliga-Aufsteiger RC Deportivo de A Coruña vor 17.139 Zuschauern am Millerntor keine Experimente zu. Der 47-Jährige behandelte die Partie wie ein Pflichtspiel und schickte zur Generalprobe vor dem Zweitliga-Start genau jene Elf auf den Rasen, die auch am kommenden Sonntag (13.30 Uhr, live bei Sky) gegen die SpVgg Greuther Fürth beginnen könnte. Überraschend: Taichi Hara startete im Angriff an der Seite von Martijn Kaars. Der schnelle Ricky-Jade Jones nahm zunächst nur auf der Bank Platz und kam erst später ins Spiel.

Personell musste Rapp auf einige wichtige Kräfte verzichten. Die WM-Teilnehmer Jackson Irvine, Connor Metcalfe und Eric Smith waren ebenso nicht im Kader wie die verletzten oder angeschlagenen Abdoulie Ceesay, Mathias Pereira Lage und Sam Klein. Auch der am Freitag vom schwedischen Erstligisten Kalmar FF verpflichtete Außenverteidiger Rony Jansson (22) fehlte – für den Neuzugang kam das Testspiel nach seiner Ankunft schlicht zu früh.

Kurioser Führungstreffer und Aluminiumpech

Die Führung für die Hamburger in der 17. Minute war alles andere als alltäglich. Coruña-Torwart Roman wollte den Ball aus dem Strafraum herausschlagen, erwischte dabei aber den Kopf von Taichi Hara – von dort segelte das Leder zum 1:0 ins Tor. Für den japanischen Angreifer war es ein schmeichelhafter, aber nicht unverdienter Treffer. Kurz vor der Pause hätte St. Pauli sogar nachlegen können: Tomoya Ando setzte einen Kopfball an den Pfosten (45.).

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Mit dem 1:0 im Rücken kamen die Hamburger gut aus der Kabine, verloren aber im Laufe der zweiten Halbzeit zunehmend den Faden. Die Spanier erspielten sich drei große Gelegenheiten, ehe Bright Ede nach einer Ecke per Kopf zum Ausgleich traf (60.). A Coruña wechselte danach gleich achtmal – ein Novum im Testbetrieb, das mit den Veranstaltern vorab abgestimmt worden war.

Kaars' Traumtor reicht nicht zum Sieg

Rapp reagierte auf den Druck der Gäste und brachte in der 69. Minute den blitzschnellen Jones für Hara. Jones sorgte sofort für neuen Schwung und leitete das 2:1 ein: Über Branimir Hrgota landete der Ball bei Martijn Kaars, der aus 19 Metern mit einem wuchtigen Schuss in den rechten Winkel traf (72.). Es war ein Treffer, der in jedem Pflichtspiel Bestand hätte.

Doch St. Pauli brachte die Führung nicht über die Zeit. In der 84. Minute fälschte Marcus Mathisen einen eigentlich harmlosen Schuss von Eddahchouri unglücklich ab – der Ball schlug zum 2:2 ein. Torhüter Voll, im ersten Durchgang noch ohne größere Prüfungen, war dabei ohne Abwehrchance. So ging es mit einem Remis in die vereinbarte Verlängerung.

XXL-Verlängerung: Talente testen, Robatsch sieht Gelb

Die zusätzlichen 30 Minuten nutzte Rapp für reihenweise Experimente. Gleich acht Wechsel nahm der Trainer vor, darunter fünf Nachwuchsspieler. Die jungen Akteure wehrten sich engagiert, das Spiel wurde intensiver, mitunter auch giftiger. Jannik Robatsch sah nach einem harten Einsteigen die Gelbe Karte. Tore fielen keine mehr, doch der Schreckmoment der Partie folgte in der Schlussphase: Rawley St. John musste verletzt das Feld verlassen und wurde beim Abpfiff gestützt in die Kabine geführt. Über Art und Schwere der Verletzung gab es zunächst keine Informationen.

Aufstellung und Ausblick

Die Aufstellung des FC St. Pauli im XXL-Test: Voll (91. Spari) – Nemeth (89. Dzwigala), Mathisen (91. Robatsch), Ando (91. Ritzka) – Pyrka (91. Westphal), Fujita (91. St. John, 119. Schmidt), Rasmussen (91. Sabah), Oppie (91. Ahlstrand) – Hrgota (91. Schmitz) – Kaars (85. Banks), Hara (69. Jones).

Am kommenden Sonntag beginnt für St. Pauli die Zweitliga-Saison. Die Generalprobe gegen den spanischen Erstliga-Aufsteiger mit Pierre-Emerick Aubameyang (37) in den eigenen Reihen hat gezeigt, dass die Mannschaft von Marcel Rapp körperlich und spielerisch bereit ist – auch wenn die Personalsorgen vor dem Auftakt nicht kleiner geworden sind. Am Ende stand ein 2:2, das den XXL-Stresstest erfolgreich bestanden ließ. Die Fans dürfen dennoch optimistisch nach Fürth blicken, denn die gezeigte Leistung war über weite Strecken vielversprechend.

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