Streich attackiert Trump und Infantino: WM-Inszenierung empört Kult-Trainer
Streich attackiert Trump und Infantino scharf

Kult-Trainer Christian Streich (61) hat kurz vor dem Start der Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada deutliche Kritik an Fifa-Präsident Gianni Infantino (56) und US-Präsident Donald Trump (79) geübt. Im Gespräch mit dem Fachmagazin „Kicker“ ließ der frühere Freiburg-Coach seinem Ärger freien Lauf und sprach von einer beunruhigenden Inszenierung der Mächtigen.

Streich: „Eine solche Inszenierung macht sprachlos“

„Was ich erstaunlich finde und bei mir echt Bedenken auslöst: Machenschaften, die früher versteckt im Hintergrund stattgefunden haben, werden jetzt vollkommen öffentlich dargestellt“, sagte Streich. „Eine solche Inszenierung von wenigen Menschen an der Macht, die sich dann teilweise noch die Behauptung erlauben, sie würden demokratische Werte schützen, ist natürlich eine Unverfrorenheit, die einen sprachlos macht.“ Er fügte hinzu: „Andererseits wundert einen inzwischen ja fast nichts mehr.“

Kritik an Schulterschluss zwischen Infantino und Trump

Besonders ins Visier nahm Streich die demonstrative Nähe zwischen Infantino und Trump. Der Fifa-Boss sucht immer wieder die Öffentlichkeit an der Seite des US-Präsidenten – ob im Oval Office oder mit eigener Fifa-Präsenz im Trump Tower. Zudem zeichnete Infantino Trump mit dem neu geschaffenen Fifa-Friedenspreis aus. Für Streich ist dies ein bedenklicher Schulterschluss von Fußball, Macht und Geld, der die Glaubwürdigkeit des Sports untergrabe.

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Die Weltmeisterschaft im neuen 48er-Format spült Milliarden in die Kassen der Fifa. Mit mehr Spielen als je zuvor wird das Turnier zum wirtschaftlichen Turbo. Gleichzeitig nutzt Trump die Bühne für seine politischen Zwecke. Streich sieht darin einen gefährlichen Trend: „Solche Inszenierungen lassen tief blicken und zeigen, wie sehr der Fußball von Machtinteressen vereinnahmt wird.“

Überraschende Zustimmung zur Aufstockung

Trotz der harschen Kritik an der Fifa-Spitze zeigte Streich Verständnis für die Vergrößerung des Teilnehmerfelds. Zwar sei die Kritik „am aufgeblähten 48er-Teilnehmerfeld nachvollziehbar“, räumte er ein. Doch „es profitieren eben auch kleine Verbände wie Curaçao oder Kap Verde. Über die Honorare kommt relativ viel Geld in diese kleinen Verbände, mit dem sie die Jugend fördern sowie die Trainerinnen und Trainer und andere Mitarbeiter besser bezahlen können – und das hoffentlich auch tun.“

Er ergänzte: „Es ist ein historisches Ereignis, das die Menschen in ihrer Heimat zusammenschweißt. Wir können als große Fußballnation, die sich bisher immer für die WM qualifiziert hat, nicht den Anspruch ableiten, nur mit 16 oder 24 spielen zu wollen. Das wäre Herrschaftsdenken der Mächtigen.“

Gemischte Gefühle vor Turnierstart

Streichs Äußerungen spiegeln die ambivalente Stimmung vor der WM wider: Einerseits die Vorfreude auf sportliche Höhepunkte, andererseits die Sorge um die zunehmende Kommerzialisierung und politische Instrumentalisierung des Fußballs. Der 61-Jährige, der Freiburg von 2011 bis 2024 trainierte, bleibt skeptisch: „Die Inszenierung der Mächtigen nimmt überhand, das ist beunruhigend.“

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