Schalke denkt über seine Spielstruktur nach! Die Mission Klassenerhalt will der Aufsteiger auch durch taktische Flexibilität meistern, möchte grundsätzlich Dreier- und Viererkette spielen können. Doch mit Blick auf Abwehr-Anführer Nikola Katic (29) und den schnelleren Fußball in der Bundesliga drängt sich dabei eine Frage auf: Ist Katic zu langsam für die Viererkette?
Die Ausgangslage: Dreierkette als Erfolgsrezept
Vergangene Saison setzte Trainer Miron Muslic (43) in der Hinrunde auf eine Dreierkette (3-4-3), um die Schießbude (62 Gegentore in 2024/25) zu schließen. Mit großem Erfolg! Gerade Katic verteidigte fast alles weg. Schalke ließ nur 9 Gegentreffer in seinen 16 Spielen zu – in Kaiserslautern (0:1) war er gesperrt. Die Defensive stand sicher, und Katic glänzte als Abwehrchef.
Die Umstellung auf Viererkette: Tempo-Defizite werden sichtbar
In der Rückrunde stellte Muslic mit den Winter-Transfers (Edin Dzeko, Dejan Ljubicic, Adil Aouchiche, Moussa Ndiaye) auf Aufstiegs-Attacke und Viererkette (4-2-3-1) um – prompt wurden die Tempo-Defizite von Katic deutlich. Mit ein Grund, weshalb Schalke an defensiver Stabilität verlor. Die Königsblauen kassierten bei den 10 Katic-Einsätzen 14 Gegentore – in den 7 Spielen ohne den Bosnien-Star (Sperre, Knieverletzung) gab's lediglich 7 „Einschläge“. Die Statistik spricht eine klare Sprache: Ohne Katic war die Abwehr stabiler, mit ihm anfälliger für schnelle Gegenstöße.
Katic: Ein Mentalitäts-Monster, aber kein Turbo-Verteidiger
Ein Herz und eine Seele: Nikola Katic präsentiert mit Trainer Miron Muslic und Bosnien-Kumpel Edin Dzeko die Zweitliga-Meisterschale. Dazu kommen seine hartnäckigen wie schmerzhaften Knie-Probleme. Für den Aufstieg mit Schalke und die WM-Quali-Sensation mit Bosnien biss Katic auf die Zähne. Als es nicht mehr weiterging, kämpfte er sich doch noch zum Saison-Finale gegen Braunschweig (1:0) zurück. Der Muslic-Liebling (sie schätzen sich seit der gemeinsamen Zeit in Plymouth) ist ein Mentalitäts-Monster, aber eben kein Turbo-Verteidiger. Seine Stärken liegen im Stellungsspiel und in der Zweikampfführung, nicht im Sprintduell.
Fazit: Rückkehr zur Dreierkette als Lösung?
Unterm Strich spricht also vieles für eine Rückkehr zur Dreierkette, in der er als „Libero“ weniger sprinten muss. In dieser Formation kann Katic seine Qualitäten besser ausspielen, während die Außenverteidiger für die nötige Geschwindigkeit sorgen. Weitere Argumente könnte jetzt die WM liefern – neben Edin Dzeko schaut Schalke auch bei Katic ganz genau hin. Die Bosnier starten am 12. Juni (21.00 Uhr MEZ) gegen Co-Gastgeber Kanada ins Turnier. Die Leistungen von Katic bei der WM könnten die Entscheidung von Trainer Muslic beeinflussen.



