Florian Lipowitz hat bei der Tour de France auf der 14. Etappe in den Vogesen eine starke Leistung gezeigt und den siebten Platz belegt. Der deutsche Hoffnungsträger musste sich jedoch dem überragenden Titelverteidiger Tadej Pogacar geschlagen geben, der seine vierte Etappe bei der diesjährigen Tour gewann und damit sein Gelbes Trikot weiter festigte. Lipowitz verbesserte sich in der Gesamtwertung auf den sechsten Platz.
Pogacar dominiert die 14. Etappe
Auf der 155,3 Kilometer langen Etappe mit 3.800 Höhenmetern setzte sich Pogacar im Alleingang durch und siegte mit 38 Sekunden Vorsprung vor seinem Teamkollegen Isaac del Toro und dem französischen Jungstar Paul Seixas. Der slowenische Weltmeister fuhr in einer eigenen Liga und ist auf dem besten Weg zu seinem fünften Gesamtsieg. Lipowitz erreichte das Ziel in Le Markstein auf 1.192 Metern Höhe mit 50 Sekunden Rückstand auf Pogacar. In der Gesamtwertung liegt Lipowitz nun auf Rang sechs, während Jonas Vingegaard mit 4:30 Minuten Rückstand Zweiter ist und Remco Evenepoel mit 5:04 Minuten Rückstand Dritter.
Lipowitz attackiert, aber Pogacar kontert
„Es war einfach eine superharte Etappe von Anfang an. Am Ende haben die Beine nicht ganz gereicht. Wir können trotzdem happy sein“, sagte Lipowitz in der ARD. Er blickte bereits auf die kommenden Bergetappen voraus: „Wir müssen von Tag zu Tag schauen, wie es geht. Ich hoffe, ich kann mich schnell wieder erholen. Dann heißt es, wieder angreifen.“ Die Etappe war geprägt von einem intensiven Schlagabtausch der Favoriten am Schlussanstieg. Lipowitz eröffnete 11,5 Kilometer vor dem Ziel gemeinsam mit Seixas eine Attacke, doch Pogacar ließ sich nicht beeindrucken und konterte 7,5 Kilometer vor dem Ziel mit einem eigenen Angriff, dem niemand folgen konnte.
Deutsche Fans und Jan Ullrich als Zaungast
Für Lipowitz war die Etappe ein kleines Heimspiel, da zahlreiche deutsche Fans den Weg nach Frankreich direkt hinter der Grenze gefunden hatten. „Ich muss ein Riesen-Dankeschön an die ganzen Fans sagen. Es war unglaublich. Ich habe so oft meinen Namen gehört“, sagte der 25-Jährige. Auch der frühere deutsche Radstar Jan Ullrich war als Zaungast vor Ort – 20 Jahre nach seinem Tour-Ausschluss wegen Dopingverbindungen. „Ich freue mich wirklich extrem. Es ist mein erster Besuch überhaupt als Gast, als Fan sozusagen bei der Tour de France. Und dann natürlich so eine epische Etappe wie heute in den Vogesen“, sagte Ullrich in der ARD. Er traut Lipowitz „auf alle Fälle das Podium zu“ und sieht den Kampf noch offen und spannend.
Nächste Kletterpartie am Sonntag
Am Sonntag folgt mit der 15. Etappe die nächste schwere Bergetappe, die zum Plateau de Solaisan führt. Der Schlussanstieg über 11,3 Kilometer mit durchschnittlich neun Prozent Steigung wird den Fahrern alles abverlangen. Lipowitz will sich schnell erholen und erneut angreifen, um seine Position im Gesamtklassement weiter zu verbessern.



