Tour de France: Pogacar schenkt del Toro den Etappensieg in Barcelona
Tour de France: Pogacar schenkt del Toro den Sieg

Rad-Superstar Tadej Pogacar und sein Edelhelfer Isaac del Toro fuhren nach der Kletterpartie auf Barcelonas Stadtberg Montjuic gemeinsam über die Ziellinie. Der Ausnahmefahrer gönnte dem mexikanischen Tour-Debütanten seinen ersten Etappensieg bei der 113. Frankreich-Rundfahrt. Titelverteidiger Pogacar verzichtete auf den Tagessieg und hielt sich auch mit größeren Attacken zurück. So konnte der Weltmeister seinen dänischen Dauerrivalen Jonas Vingegaard nach dem Mini-Dämpfer am Vortag nicht abschütteln.

Vingegaard bleibt in Gelb

Bei der 113. Frankreich-Rundfahrt bleibt der dieses Mal viertplatzierte Vingegaard nach seinem Sieg im Teamzeitfahren am Vortag im Gelben Trikot. Allerdings ließen die kurzen Anstiege auch keine giftigen Attacken zu. Flankiert von Tausenden Fans genoss Vingegaard die Gewissheit, auch den nächsten Tag in Gelb zu fahren. Im Zielbereich gratulierten sich die beiden Topstars. Nach del Toro, der während des Rennens einen Defekt bewältigen musste, und Pogacar fuhr der belgische Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel als Dritter über die Ziellinie bei der zweiten Etappe.

Gesamtwertung: Vingegaard vor Pogacar

In der Gesamtwertung steht der zweimalige Tour-Sieger Vingegaard nach seinem Auftaktsieg im Teamzeitfahren weiter an der Spitze des Klassements vor Pogacar. Der Abstand verringerte sich allerdings von zwölf auf sechs Sekunden durch die Bonussekunden des Slowenen. Red-Bull-Profi Evenepoel, Teamkollege des deutschen Radstars Florian Lipowitz, steht aktuell auf Rang drei. Lipowitz verlor am Sonntag zehn Sekunden auf die Spitze und belegt in der Gesamtwertung mit nun 45 Sekunden Rückstand auf Vingegaard den achten Platz.

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Hektische Szenen am Montjuic

Beim Beginn der ersten Montjuic-Überquerung schnappten sich Vingegaard und Pogacar wie geplant die vorderen Positionierungen. Generell wurde es hektisch: Der französische Profi Quentin Pacher verhedderte sich mit seinem Rad in einer auf der Strecke liegenden Nationalflagge eines Fans. Beim Anstieg fuhren inmitten der elektrisierenden Kulisse Vingegaard und Pogacar immer nah beieinander. Vor dem Start präsentierte sich Vingegaard mit einem Mundschutz. Er sagte, dass er nicht krank sei, aber auf Nummer sicher gehen wolle, weil er bei den vergangenen beiden Frankreich-Rundfahrten angeschlagen gewesen sei. Zuletzt trug er das Gelbe Führungstrikot bei seinem bisher letzten Gesamtsieg vor drei Jahren.

Pogacar: „Größtes Ziel, sicher zu bleiben“

Bloß nicht krank werden bei der Mission, den großen Rivalen erneut zu schlagen: Am ersten Tour-Tag lieferten sich die Topstars schon einen spannenden Schlagabtausch. Giro-Sieger Vingegaard bestätigte seine starke Form und bejubelte den Tagessieg – zwölf Sekunden vor dem Dritten Tadej Pogacar, dem Dauerrivalen des Dänen. Zuletzt gewann Pogacar die Tour in den vergangenen beiden Jahren. Pogacar grämte sich nicht zu lange. Er sagte, dass er mit voller Motivation in Tour-Tag zwei starten wolle. „Wenn es eine Chance dazu gibt, versuchst du es immer. Aber heute ist das größte Ziel, sicher zu bleiben und die Anstiege zu überleben“, sagte Pogacar vor dem Rennen über die Ambitionen, das Gelbe Trikot zurückzugewinnen.

Deutscher Meister Felix Engelhardt attackiert

Schon kurz nach dem Start in der südlich von Barcelona gelegenen Stadt Tarragona krachte es und mehrere Fahrer waren in einen Sturz verwickelt, darunter Top-Sprinter Biniam Girmay. Doch für den Profi aus Eritrea ging es direkt weiter. Währenddessen versuchte sich der neue deutsche Meister und Tour-Debütant Felix Engelhardt mit zwei anderen Mitstreitern in einer Spitzengruppe. Sie fuhren teilweise einen Abstand von fast vier Minuten heraus. Doch das kurz nach dem Beginn gestartete Unterfangen wurde nach 30 Kilometern vor dem Ziel beendet.

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Ausblick: Dritte Etappe durch Pyrenäen

Am Montag verlassen die Radprofis Barcelona und siedeln nach Frankreich in die Pyrenäen über. Allerdings bedrohen Waldbrände in Südfrankreich die dritte Etappe. Bis zum Abend werde entschieden, ob die Etappe wie geplant stattfinden kann, sagte der Präfekt des Departements Pyrénées-Orientales, Pierre Regnault de la Mothe, bei einer Pressekonferenz, wie die Zeitung „Le Parisien“ berichtete. Nach dem Start im spanischen Granollers geht es in den Skiort Les Angles. Auf Vingegaard & Co warten knapp 200 Kilometer und 3850 Höhenmeter. Vor dem Abschied aus Spanien ist der Col de Toses - ein Anstieg der ersten Kategorie - zu bewältigen.