Das Achtelfinale der englischen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko könnte für das Team von Trainer Thomas Tuchel zur besonderen Herausforderung werden. Grund ist die Höhenlage von Mexiko-Stadt: Das Aztekenstadion liegt auf etwa 2200 Metern über dem Meeresspiegel. Tuchel selbst räumte ein: „Wir sind hier im Nachteil.“ Die dünnere Luft beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit der Spieler erheblich.
Auswirkungen der Höhenlage auf den Körper
Auf 2200 Metern Höhe sinkt der Sauerstoffpartialdruck in der Luft um etwa 23 Prozent. Dies führt bei ungewohnten Sportlern zu schnellerer Ermüdung, Kurzatmigkeit und einer erhöhten Herzfrequenz. Studien zeigen, dass die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max) bereits nach kurzer Exposition um bis zu 15 Prozent abnehmen kann. Für ein Team, das wie England gewohnt ist, auf Meereshöhe zu spielen, bedeutet dies eine deutliche Leistungseinbuße. Die Spieler benötigen in der Regel mehrere Tage bis Wochen, um sich zu akklimatisieren.
Tuchels Vorbereitung in der Kritik
Beobachter kritisieren, dass Tuchel möglicherweise einen Fehler begangen hat, indem er die Mannschaft nicht rechtzeitig an die Höhenbedingungen gewöhnte. Statt eines frühen Trainingslagers in großer Höhe absolvierte England die Vorbereitung weitgehend auf normaler Höhe. „Die Anpassung an die Höhe ist ein komplexer Prozess, der Zeit braucht“, erklärte ein Sportmediziner. „Wer erst wenige Tage vor dem Spiel anreist, hat kaum eine Chance, sich optimal einzustellen.“ Die englische Delegation traf erst drei Tage vor dem Achtelfinale in Mexiko-Stadt ein.
Spielplan und Gegner
Das Achtelfinale im Aztekenstadion ist für den 5. Juli 2026 angesetzt. Gegner ist der Gastgeber Mexiko, der die Höhenlage gewohnt ist und somit einen klaren Heimvorteil genießt. Die mexikanische Nationalmannschaft trägt regelmäßig Spiele im Aztekenstadion aus und hat sich über Jahre an die Bedingungen angepasst. Für England könnte dies der entscheidende Nachteil sein. Tuchel betonte: „Wir müssen taktisch umdenken und unser Spiel anpassen. Die Höhe wird eine große Rolle spielen.“
Historische Beispiele
Die Höhenlage von Mexiko-Stadt war bereits bei der WM 1970 und 1986 ein Thema. Damals scheiterten mehrere europäische Mannschaften frühzeitig an den Bedingungen. So verlor beispielsweise Italien 1970 im Halbfinale gegen Brasilien, nachdem es in der Höhe zu kämpfen hatte. Auch 1986 hatten Teams wie Belgien und Spanien Probleme. Die englische Mannschaft hofft, aus diesen Erfahrungen zu lernen. „Wir wissen um die Schwierigkeiten, aber wir sind zuversichtlich, dass wir eine Lösung finden“, sagte ein Sprecher des englischen Verbandes.
Fazit
Das Achtelfinale wird für England zur Bewährungsprobe. Die Höhenlage des Aztekenstadions könnte über Sieg oder Niederlage entscheiden. Tuchel und sein Team müssen nicht nur taktisch, sondern auch physisch Höchstleistungen bringen. Der Ausgang des Spiels bleibt offen, doch die Bedingungen geben Mexiko einen deutlichen Vorteil.



