Der AfD-Parteitag in Erfurt hat die Partei grundlegend verändert. Alice Weidel hat ihre Machtposition deutlich ausgebaut, während Tino Chrupalla an Einfluss eingebüßt hat. Ein straff organisiertes Netzwerk zieht im Hintergrund die Fäden und prägt die neue Hackordnung.
Weidel als Gewinnerin des Parteitags
Alice Weidel ging als klare Siegerin aus dem Parteitag hervor. Sie sicherte sich nicht nur die Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl, sondern festigte auch ihre interne Machtbasis. „Weidel hat gezeigt, dass sie die Partei führen kann“, kommentierte ein Delegierter. Ihre Unterstützung im rechten Flügel, insbesondere durch Björn Höcke, zahlte sich aus.
Chrupalla verliert an Rückhalt
Tino Chrupalla hingegen musste herbe Rückschläge hinnehmen. Seine Wiederwahl als Co-Vorsitzender war von internen Querelen überschattet. „Chrupalla wurde zurechtgestutzt“, hieß es aus Parteikreisen. Sein moderater Kurs fand bei der Basis kaum Anklang, während die radikale Strömung um Höcke und Weidel an Boden gewann.
Ein neues Netzwerk übernimmt die Kontrolle
Hinter den Kulissen hat sich ein neues Machtzentrum formiert. Ein Netzwerk aus jungen, radikalen Parteimitgliedern wie Maximilian Krah und der Jugendorganisation „Junge Alternative“ treibt die Rechtsaußen-Agenda voran. „Die Partei wird konsequent nach rechts gerückt“, analysiert Politikwissenschaftlerin Sarah Wagner. Dieses Netzwerk kontrolliert zunehmend strategische Positionen und bestimmt die politische Ausrichtung.
Auswirkungen auf die Zukunft der AfD
Die neue Hackordnung hat weitreichende Konsequenzen. Die AfD wird sich weiter radikalisieren, was die Koalitionsfähigkeit auf Bundesebene weiter erschwert. „Die Partei ist nicht mehr dieselbe“, warnt der ehemalige Abgeordnete Hans-Georg Maaßen. Die innerparteilichen Konflikte zwischen gemäßigten und radikalen Kräften dürften zunehmen. Gleichzeitig könnte die Radikalisierung bei der nächsten Bundestagswahl neue Wählerschichten anziehen, aber auch traditionelle Wähler abschrecken.



