AfD-Parteitag: Weidel baut Macht aus – Skrupelloser Machtkampf in Erfurt
AfD-Parteitag: Weidel baut Macht aus – skrupelloser Machtkampf

Weidel baut ihre Macht aus – schmutzige Intrigen beim AfD-Parteitag

Beim Bundesparteitag der AfD in Erfurt hat Parteichefin Alice Weidel ihre Machtstellung deutlich ausgebaut. In schmutzigen Machtkämpfen setzte sie sich gegen ihren Co-Vorsitzenden Tino Chrupalla durch. Der SPIEGEL-Leitartikel von Ann-Katrin Müller beschreibt, wie aggressiv und missgünstig die Rechtsextremisten auch untereinander agieren.

Hinter den Kulissen: Schlammschlachten und gezielte Indiskretionen

Bereits im Vorfeld des Parteitags gab es heftige Auseinandersetzungen. Es wurde nicht nur über Arbeitsleistung oder angebliche Affären gelästert, sondern auch eifrig Material verschickt, um Kandidaten zu kompromittieren. Gezielt wurden Informationen an Medien weitergegeben, etwa zu Vetternwirtschaftsskandalen. Auch auf Landesvorstandswahlen wurde Einfluss genommen, um entsprechende Signale nach Erfurt zu senden – zuletzt in Bayern. Der Umgang untereinander zeichnet ein Bild von Aggression und Missgunst, das an das „Wir gegen die“-Gefühl erinnert, das die Partei gegen politische Gegner und Minderheiten einsetzt.

Weidels Netzwerk siegt – Chrupalla geschwächt

In Erfurt haben Weidel und das Münzenmaier-Netzwerk um Fraktionsvize Sebastian Münzenmaier gewonnen. Dies geschah in enger Absprache mit dem thüringischen Landeschef Björn Höcke, der nun zwei enge Vertraute im Bundesvorstand hat. Der Vorstand besteht – bis auf Chrupalla und Micha Fehre aus Niedersachsen – nur aus Weidels Leuten. Weidel selbst dankte den sechs abgewählten Vorstandsmitgliedern überschwänglich, darunter Peter Boehringer, Carsten Hütter und Kay Gottschalk. Doch die Freundlichkeit war unehrlich: Weidel und ihre Netzwerke hatten alles dafür getan, dass diese nicht wiedergewählt wurden.

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Parteitag als Höhepunkt des Machtkampfs

Der Machtkampf erreichte in Erfurt seinen Höhepunkt. Entgegen aller Versuche, Personalfragen hinter den Kulissen zu klären, um professioneller zu wirken, kam es zu mehreren Kampfkandidaturen. Die Harmonie, die Weidel und Chrupalla öffentlich verkaufen, existiert schon länger nicht mehr. Wenn Weidel ihn als „den lieben Tino“ bezeichnet oder er behauptet, die beiden seien „ein Herz und eine Seele“, lachen inzwischen einige AfD-Funktionäre. Der Parteitag zeigte, wie skrupellos in der AfD vorgegangen wird und wie autoritätshörig viele in der Partei sind.

Zukunft der AfD: Noch härterer Kurs

Die AfD wird unter Weidels Führung nicht nur jünger und auf sie zugeschnitten – sie wird auch weiter auf den völkisch-nationalistischen Kurs getrimmt. Die Partei wird noch härter gegen die Konservativen hetzen. Lediglich bei Russland dürfte es weniger radikal werden, mehr Distanz zum Kreml geben. Weidels Leute wollen die Reihen schließen und besonders „professionell“ auftreten, auch wenn das im Zweifel nur heißt, nach Lagerlogik zu wählen und Konflikte zu verstecken.

„Man mag sich kaum vorstellen, wie sie mit Menschen außerhalb der Parteien umgehen würden, wenn sie tatsächlich Regierungsmacht bekämen“, schreibt Ann-Katrin Müller im SPIEGEL. Der Umgang untereinander zeichne ein Bild davon, wie viel Aggression und Missgunst in der AfD herrschen.

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