Drei Minuten lang jagten Linksextremisten Journalisten durch Erfurt. Selbst als einer der Reporter bereits am Boden lag, wurde er brutal getreten und geschlagen. BILD-Reporter dokumentierten die gesamte Attacke, doch die Polizei hat die Täter noch nicht identifiziert. Die Aufnahmen von BILD wurden inzwischen gesichert und dienen als Grundlage für die Fahndung.
Attacke auf Apollo-News-Reporter am Rande des AfD-Parteitags
Am Samstag gerieten drei Reporter der Medienplattform „Apollo News“ am Rande des AfD-Parteitags in Erfurt in eine aufgebrachte Menschenmenge. Ob sie gezielt erkannt wurden oder zufällig Opfer eines aggressiven Mobs wurden, ist noch unklar. BILD-Videos zeigen die schlimmen Szenen: Demonstranten verfolgen die drei jungen Männer, immer mehr Demo-Teilnehmer schließen sich an. Schließlich stehen die Journalisten dem „Schwarzen Block“ gegenüber. Die Situation eskaliert: Eine Gruppe überwiegend schwarz gekleideter und häufig vermummter Teilnehmer aus der autonomen linksextremen Szene schlägt und tritt auf die drei Männer ein.
Polizei-Spezialeinheit bringt Reporter in Sicherheit
Eine Polizei-Spezialeinheit brachte die Journalisten schließlich in Sicherheit. Nach BILD-Informationen gingen die Medienvertreter nach der Attacke zunächst weiter, ohne Anzeige zu erstatten. Das holten sie erst später nach. Die Kriminalpolizei ermittelt mit Hochdruck. Alle gesammelten Daten, einschließlich des von BILD zur Verfügung gestellten Materials, werden über den Einsatz-Abschnitt „Ermittlungen“ zusammengetragen. Am Montag erhält die Behörde sämtliche Erkenntnisse vom Demo-Wochenende. Dann prüft die Staatsanwaltschaft die genauen Vorwürfe und wird entsprechend Ermittlungen einleiten.
Thüringens Innenminister verurteilt Gewalt
Thüringens Innenminister Georg Maier (59, SPD) sagte zu BILD: „Gewalt darf niemals das Mittel der politischen Auseinandersetzung sein. Ich verurteile die Attacken auf die Medienvertreter. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen und arbeitet mit Hochdruck daran, die Täter zu ermitteln.“ Maier selbst nahm am Samstag an der Demo gegen den AfD-Parteitag in Erfurt teil.
Bündnis „Widersetzen“ weist Vorwürfe zurück
Das Bündnis „Widersetzen“ hingegen wies die Vorwürfe zurück und entschuldigte sich nicht für den Angriff auf die drei Mitarbeiter von „Apollo News“. Auf einer Pressekonferenz am Sonntag erklärte Sprecher Noa Sander: „Faschisten mit einem Presseausweis sind immer noch Faschisten. Sie sind auf unseren Aktionen nicht willkommen.“ Die anwesenden Journalisten wurden anschließend aufgefordert, die Veranstaltung zu verlassen.
65 Straftaten und antisemitische Parolen
Neben dem Angriff auf die Reporter gibt es noch viele weitere Ermittlungen. Während des Einsatzes wurden bislang 65 Straftaten und 13 Ordnungswidrigkeiten festgestellt, unter anderem wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung, Nötigung und Bedrohung. Zudem hatten Demonstranten immer wieder Polizisten angegriffen und antisemitische Parolen skandiert. Das Bündnis „Widersetzen“ wollte sich auf Anfrage von BILD nicht zu den Vorfällen äußern.



