Die 11. Etappe der Tour de France von Vichy nach Nevers hat einen historischen Rekord aufgestellt. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50,91 km/h war dieser Tagesabschnitt der schnellste in der 113-jährigen Geschichte der Frankreich-Rundfahrt. Der Norweger Søren Wærenskjold (26) gewann den Massensprint nach 161 Kilometern und löste damit den bisherigen Rekord aus dem Jahr 1999 ab, als die 4. Etappe von Laval nach Blois mit 50,356 km/h absolviert wurde.
Rekord bei tropischen Temperaturen
Trotz Temperaturen von 35 Grad Celsius, die für Leistungssport alles andere als optimal sind, zeigte das Peloton eine beeindruckende Geschwindigkeit. „Ich war überrascht, dass es die schnellste Etappe ist, denn es fühlte sich nicht so hart an. Das Peloton hielt einen guten Abstand zu der Ausreißergruppe, wurde dann schneller und schneller und am Ende war für uns alles super“, sagte Wærenskjold, der 2025 die Deutschland-Tour gewonnen hatte.
Deutsche Sprinter ohne Spitzenplatz
Die deutschen Sprinter spielten bei dieser Rekordjagd keine Rolle. Die Zeiten von Siegfahrern wie Olaf Ludwig, Erik Zabel, Marcel Kittel und André Greipel sind lange vorbei. Bester Deutscher war Pascal Ackermann (32) als Neunter. Der italienischen Sprint-Legende Mario Cipollini (59) hatte 1999 vor Erik Zabel gewonnen.
Gesamtwertung: Pogacar weiter in Gelb
In der Gesamtwertung änderte sich durch die Rekordetappe nichts. Tadej Pogacar (27/Slowenien) führt weiterhin mit über dreieinhalb Minuten Vorsprung vor Jonas Vingegaard (29/Dänemark). Beide kamen gemeinsam mit dem deutschen Hoffnungsträger Florian Lipowitz (25) im Hauptfeld ins Ziel. Lipowitz aus Laichingen bleibt Sechster, liegt aber 38 Sekunden hinter seinem Co-Kapitän Remco Evenepoel (26/Belgien), der Dritter ist.
Ausblick auf die nächste Etappe
Am Donnerstag startet die 12. Etappe spektakulär auf der ehemaligen Formel-1-Rennstrecke in Magny-Cours. Nach 179 Kilometern in Chalon-sur-Saône könnte es erneut eine Sprintankunft geben – und vielleicht einen weiteren Rekord. Die Tour de France bleibt spannend, auch wenn das Gelbe Trikot fest in Pogacars Händen zu liegen scheint.



