Der zweimalige Tour-Champion Jonas Vingegaard hat auf der zehnten Etappe der Tour de France überraschend Zeit verloren und damit beim Red-Bull-Team um den deutschen Fahrer Florian Lipowitz Hoffnungen auf einen möglichen zweiten Gesamtrang geweckt. Der Däne wirkte im Skigebiet Le Lioran nicht so souverän wie erwartet und kassierte 44 Sekunden Rückstand auf seinen Dauerrivalen Tadej Pogacar, der die Etappe gewann. Auch Lipowitz war zehn Sekunden schneller als Vingegaard.
Lipowitz sieht Chancen für Paris
„Jonas hat super viel gearbeitet, deshalb war er, glaube ich, ziemlich am Limit“, sagte Lipowitz nach der Etappe. Der 23-Jährige erklärte, dass die kurzen Anstiege dem Dänen nicht entgegengekommen seien: „Ihm liegen, glaube ich, eher die längeren Berge. Deshalb ist es noch relativ offen, aber natürlich ist die Hoffnung da.“ Auf die Frage nach der Aussicht auf den zweiten Platz in Paris antwortete er optimistisch. Im Gesamtklassement liegt Vingegaard als Zweiter 3:36 Minuten hinter Pogacar, Lipowitz folgt als Sechster mit etwas mehr als einer Minute Rückstand auf seinen Teamkollegen.
Evenepoel zeigt sich zufrieden
Das Red-Bull-Team strebt mit dem Duo Lipowitz und dem belgischen Olympiasieger Remco Evenepoel erneut das Podium an. „Wir sind da, wo wir sein wollen, auch mit ‚Lipo‘, der sehr gut in Form ist. Mir geht es auch sehr gut. Im Moment sind wir zufrieden, wir müssen so weitermachen“, sagte Evenepoel, der als Dritter der Gesamtwertung 30 Sekunden hinter Vingegaard liegt.
Vingegaard: „Könnte viel schlimmer sein“
Der 29-jährige Vingegaard selbst zeigte sich trotz des Zeitverlusts relativ gelassen. „Ich finde, es ist ein ganz passabler Tag für uns. Es könnte viel schlimmer sein“, sagte er. Kurze Anstiege lägen ihm nicht, aber dass er den Rückstand aus seiner Sicht so gering halten konnte, damit könne er zufrieden sein. „Heute Nacht gehe ich schlafen, und morgen ist wieder ein neuer Tag“, fügte der Däne hinzu.
Pogacar äußert sich nicht zu Rivalen
Tagessieger Tadej Pogacar wollte sich nicht zur Form seiner Konkurrenten äußern. „Zur Form der Konkurrenten kann ich nichts sagen. Ich kann nur sagen, dass meine Form wirklich gut ist, und ich finde, dass die Tour bisher wirklich gut auf die Fähigkeiten unseres Teams zugeschnitten war“, meinte der Slowene. Mit seinem dritten Etappensieg bei dieser Tour untermauerte er seine Favoritenrolle.



