Tuchel übernimmt Verantwortung für WM-Aus gegen Argentinien
Tuchel übernimmt Verantwortung für WM-Aus

Thomas Tuchel hat nach dem dramatischen WM-Aus seiner englischen Mannschaft gegen Argentinien die Verantwortung übernommen, zeigte sich jedoch überzeugt von seinen taktischen Entscheidungen. „Wir waren so nah dran“, klagte der deutsche Trainer nach dem 1:2 im Halbfinale. Trotz heftiger Kritik an seinen defensiven Wechseln nach der eigenen Führung rüttelte er nicht an seiner Strategie.

Defensive Wechsel nach Führung kritisiert

Argentinien spielte England nach der 55. Minute an die Wand. Die Three Lions wurden immer heftiger im eigenen Strafraum eingeschnürt, kamen kaum noch an den Ball – und dennoch wechselte Tuchel keine Offensivkraft ein, um für Entlastung zu sorgen. In der 72. Minute brachte er Torschütze Anthony Gordon für Rechtsverteidiger Ezri Konsa. Zehn Minuten später, nur 180 Sekunden vor dem Ausgleich, tauschte er mit Nico O'Reilly und Dan Burn Defensive gegen Defensive und brachte sogar einen fünften Verteidiger. „Wir haben uns für eine Fünferkette entschieden, weil die Lücken viel zu groß waren, sie jeden Kopfball gewonnen haben und immer wieder Flanken geschlagen haben“, erklärte Tuchel gegenüber der BBC.

Tuchel: „Kein strukturelles Problem“

„Natürlich wollten wir ein zweites Tor erzielen, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass ein offensiver Wechsel helfen würde“, so Tuchel weiter. „Wir blieben bei unserem 4-4-2, wurden aber immer passiver, konnten keine Bälle gewinnen und den Ball nicht halten, daher glaube ich nicht, dass es ein strukturelles Problem war.“ Der ehemalige Bayern-Trainer stellte sich vor die Mannschaft: „Ich übernehme die Verantwortung.“

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„Nichts zu bereuen“ trotz bitterer Pleite

Am Vortag hatte Tuchel noch den Teamgeist der Three Lions gelobt. Auch nach der Niederlage erklärte er: „Im Moment gibt es nichts zu bereuen. Wir haben eines unserer besseren Spiele gezeigt, vielleicht sogar unser bestes unter den gegebenen Umständen. Die Mannschaft war top, aber wir konnten es nicht über die Ziellinie bringen.“ Beim US-Sender Fox lobte er seine Jungs erneut: „Wir haben in großer Höhe gespielt. Wir haben mit zehn Mann gespielt. Wir haben bei großer Hitze gespielt. Wir haben jedes Hindernis überwunden. Es ist noch nicht der richtige Zeitpunkt, das gesamte Turnier zu analysieren. Wir sind einfach ausgeschieden, weil wir ein entscheidendes Spiel verloren haben.“

Zukunft von Tuchel ungewiss

Wie so oft in den vergangenen Jahren scheiterte England kurz vor dem Ziel. „Wir sind enttäuscht, wir waren so nah dran“, gab Tuchel zu. Jetzt muss der englische Verband entscheiden, ob diese WM mit dem deutschen Coach ein Erfolg war – oder ob nach 18 Monaten schon Schluss ist mit Tuchels Engagement bei den Three Lions.

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